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Brustdrüsenentzündung (Mastitis)

Brustdrüsenentzündung (Mastitis)


Siehe auch Brustwarzenentzündung; Stillprobleme


Durch Milchstau oder eine Brustwarzenentzündung kann es zu einer Brustdrüsenentzündung (Mastitis) kommen. Der betroffene Brustbereich ist gerötet, hart und schmerzhaft. Eine Brustdrüsenentzündung tritt v.a. bei stillenden Frauen auf. Brustentzündungen ausserhalb der Stillzeit sind selten, z.B. durch Zysten oder Hormonstörungen, Piercing. Bei einer Brustdrüsenentzündung ausserhalb des Wochenbetts oder bei immer wiederkehrenden Brustentzündungen, sollte unbedingt eine Geschwulstbildung (Tumor, Zyste) ausgeschlossen werden.

Milchstau

Lange Stillpausen, Stress, können den Milchflussreflex stören. Die Milchgänge verstopfen und es kommt zum Milchstau. Die Brust ist gespannt, prall, ähnlich wie beim Milcheinschuss, einzelne Stellen sind verhärtet, die Frau kann Knoten tasten. Die Berührung oder das Saugen ist schmerzhaft. Die betroffene Stelle ist rot, hart. Es besteht kein Fieber. Durch Entleerung der Brust tritt Besserung ein. Hier sollte mit Wärme und Milch ausstreichen Linderung verschafft werden (z.B. in der warmen Dusche). Hilfreich sind auch feuchtwarme Auflagen vor dem Stillen zur Anregung des Milchflussreflexes. Ein Milchstau kann zu einer Brustentzündung führen (Mastitis).

Brustentzündung (Mastitis)

Die Mastitis kann plötzlich auftreten (akute Form) und heilt nach entsprechender Therapie wieder ab. Sie kann auch einen chronischen Verlauf nehmen, dann tritt sie immer wieder auf. Die Symptome sind gleich wie beim Milchstau, die Frau fühlt sich aber krank, ähnlich wie bei einer Grippe (fiebrig, abgeschlagen).

  • Meist besteht eine wunde Brustwarze

  • Rötung, Schwellung, Schmerzen in der betreffenden Brust

  • Spannungsgefühl, Berührungs- und Druckempfindlichkeit des betroffenen Areals, die Brust ist rot, geschwollen, heiss.

  • Keine oder nur wenig Besserung nach dem Stillen.

  • grippeähnliche Symptome, Schwächegefühl

  • Kopfschmerzen

  • Eine Brustdrüsenentzündung kann bis zur Abszessbildung führen, es besteht dann hohes Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellung in der Achselhöhle.

  • Die Entzündung geht streifenförmig vom Entzündungsherd weg.

  • Bei falscher Behandlung oder zu spätem Behandlungsbeginn können sich Abszesse (gut abgrenzbare Eiteransammlungen) bilden. Wenn sich die Abszesse nicht von selbst entleeren, muss man sie chirurgisch eröffnen. Unbehandelt können sich daraus sogenannte Fisteln (Kanäle zwischen Abszess und Haut) bilden, die wiederum Eintrittspforten für Bakterien darstellen.

Ursachen

  • Stillen (Bakterien gelangen über kleine Risse an der Brustwarze in die Brust).

  • Mangelnde Brustentleerung

  • Milchstau

  • Erhöhte Ausschüttung des Hormons Prolaktin. Prolaktin fördert das Wachstum der Brust und steigert die Milchproduktion in der Stillzeit. (Folge ist ein Milchstau)

  • Abflussbehinderung

  • Gutartige Zysten

  • Hormonstörungen

  • Zu wenig trinken

  • Verkühlung

  • Druckstelle (z.B. nachts durch BH)

  • Stress, Überforderung, seelische Probleme

  • Gutartige Veränderungen in der Brust (Mastopathie).

  • Tuberkulose, Syphilis

  • Schlag oder Quetschung der Brust


Behandlung Schulmedizin


  • Antibiotika bei einer eitrigen, bakteriellen Entzündung

  • Prolaktin-Hemmer, hemmt den Milcheinschuss

  • Stillhütchen

  • Abpumpen

  • Evtl. Abstillen

  • Alkoholumschläge

  • Fiebersenkende Medikamente

  • Entleerung des Abszesses

  • Rotlicht


Tipps


  • Stillen: Versuchen in den ersten Tagen des Wochenbettes, das Kind nicht länger als 15 Min. an einer Seite trinken, nuckeln zu lassen. Die Brustwarzen müssen sich erst ans Stillen gewöhnen. Es entstehen durch die Überbeanspruchung leicht Risse, Bakterien gelangen so leichter in die Brust. Ab der zweiten, dritten Woche können Sie dann die Stillzeiten verlängern. Kleine Einrisse (Rhagaden) der Brustwarze sorgfältig pflegen Siehe Stillprobleme

  • Kind häufig häufiger ansetzen oder Milch ausstreichen oder abpumpen ( etwa alle zwei Stunden).

  • Lassen Sie Ihr Kind zuerst einige Schlucke an der gesunden Brust trinken, vorallem wenn es sehr hungrig ist, dies ist für Sie weniger schmerzhaft. Ausserdem kommt durch das Trinken der Milchfluss auch in der kranken Brust in Gang. Lassen Sie dann das Kind an der verhärteten Brust trinken bis sie weich ist. Ist die Brust dann immer noch nicht weich, noch warmen Wickel machen, evtl. Brust ausstreichen oder restliche Milch abpumpen.

  • Nach dem Stillen oder Abpumpen lindern kühle Umschläge die Schmerzen (z.B. mit Quark).

  • Sorgen Sie im Winter dafür, dass Ihre Brüste warm gehalten werden, sie können z.B. ein Seidentuch oder Wolltuch auflegen.

  • Suchen Sie eine möglichst entspannte Stillposition.

  • Kein zu enger BH. Versuchen Sie das Brustgewebe durch Hochbinden der Brust zu entlasten.

  • Trinken Sie genügend, z.B. Kräutertee.


Tipps aus der Naturheilkunde


Achten Sie auf peinlichste Hygiene

  • Vor dem Stillen eine warme Auflage, z.B. warmer Wasserwickel, Kartoffelwickel oder Leinsamenwickel

  • Ein warmes Fussbad entspannt und fördert so den Milchfluss.

  • Johannisöl einreiben

  • Auflage mit Lavendelöl

  • Bei einer Entzündung, rissigen Brustwarzen: Calendulasalbe auf betroffenen Bezirk und auf Brustwarze auftragen

  • Nach dem Stillen kann in der Anfangsphase der Entzündung eine kühlende Auflage mit Quark gemacht werden.

  • Haben Sie eher zu viel Milch, Brüste hochbinden.

  • Tritt innert Stunden keine Besserung ein, kommt Fieber dazu, empfiehlt sich eine homöopathische Behandlung oder Sie müssen Ihren Arzt kontaktieren.

  • Bei Fieber, Schüttelfrost muss Bettruhe eingehalten werden.


Behandlung Klassische Homöopathie


Eine Mastitis wird in der klassischen Homöopathie akut behandelt. Zwar bestehen körperliche Symptome, aber viel wichtiger ist der allgemeine und seelische Zustand der Frau. Erst die genaue Befragung ermöglicht die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels.

Homöopathische Heilmittel regulieren den Milchfluss, sind entzündungshemmend und damit schmerzlindernd. Die Wirkung des Heilmittels setzt innerhalb Minuten ein. Vorteil der homöopathischen Behandlung: Sie bergen keine Nachteile für das gestillte Kind (es muss nicht abgestillt werden, wie dies leider bei einer Antibiotikabehandlung der Fall sein kann).

Neigt die Frau immer wieder zu Brustentzündungen, kommt es gar zur Abszess- oder Fistelbildung, wird eine Konstitutionsbehandlung gemacht.

Bei einer fiebrigen Brustentzündung muss unbedingt Bettruhe eingehalten werden bis Fieberfreiheit eintritt.

 



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