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Dammriss / Dammschnitt

Dammriss / Dammschnitt


Bei der Geburt kann es durch die starke Dehnung des Dammes (Gewebe zwischen Vagina und After) zu einem spontanen Riss kommen. Das Einreissen wird durch die starke Anspannung des Gewebes von der Frau während der Geburt kaum wahrgenommen.

Ein spontaner Dammriss ist meist weniger schmerzhaft als ein Dammschnitt (s. unten), die Blutergüsse sind geringer. Der Riss erfolgt meist oberflächlich an der schwächsten Stelle, da wo weniger Muskulatur, Blutgefässe und Nerven vorhanden sind (dies erleichtert später die Wundheilung). Dammrisse werden in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt.

Kleine Risse unter der Geburt sind normal und brauchen keine weitere Behandlung. Wichtig ist in erster Linie eine konsequente Rückbildungs- und Kräftigungsgymnastik des Beckenbodens nach der Geburt.

Ursachen

Ob es zu einem Riss kommt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Elastizität des mütterlichen Gewebes

  • Grö sse des kindlichen Kopfes, Kindslage

  • Vorbereitung des Dammes

  • Durchführung des Dammschutzes

  • Geschwindigkeit der Geburt

Dammschnitt

Heute versucht man den Dammschnitt zu vermeiden: Dammschutz, kein starkes Pressen, Hecheln, Entspannungstechniken, alternative Heilmethoden vor und unter der Geburt (Homöopathie, Akupunktur), usw.

Jahrzehntelang wurde jedoch ein vorsorglicher Dammschnitt (Episiotomie) gemacht. Indikationen waren:

  • Um eine Überdehnung des Muskel- und Bindegewebes zu vermieden. Die Theorie, dass Frauen mit Dammschnitt später weniger Probleme mit dem Beckenboden haben (Blasenschwäche, Senkung des Beckenbodens, Stuhlinkontinenz) hat sich nicht bestätigt. Das Gewebe um den Geburtskanal wird schon im oberen Bereich und nicht erst im Bereich des Beckenbodens stark belastet.

  • Um ein unkontrolliertes Einreissen und eine Verletzung des Afterschliessmuskels zu verhindern (Vermeidung einer Stuhlinkontinenz). Ein Dammschnitt schützt jedoch nur von einem leichten, nicht aber von einem schweren Dammriss. Ein Schnitt verursacht tiefere Verletzungen im empfindlichen (nervenreichen) und gut durchbluteten Gewebe. Ein Riss hingegen verläuft den Nerven entlang. Es kommt dadurch zu keinen Sensibilitätsverlusten, bzw. zu geringeren Wundheilungsschmerzen.

  • Die glatten Wundränder eines Schnittes lassen sich leichter nähen. Bei einem Riss ist das oft schwieriger. Diese Theorie lässt sich widerlegen, indem natürliche Risse oberflächlicher Verlaufen und weniger Blutgefässe und Nerven verletzt werden.

  • Durch einen Schnitt kommt es zudem häufiger zu Verhärtungen und Wucherungen im Narbenbereich. Dadurch treten vor allem beim Sitzen Probleme auf. Die Lust auf Geschlechtsverkehr kommt oft völlig zum Erliegen. Viele Frauen empfinden den Schnitt als grobe Verletzung ihres Intimbereichs.

Der Schnitt wird erforderlich,

  • bei einem sehr grossen Kind,

  • wenn die Herztöne des Kindes kritisch werden, die Geburt schon zu lange dauert oder die Mutter schon so erschöpft ist, dass sie nicht mehr mitpressen kann,

  • wenn das Kind zu früh geboren wird. Der Druck des Dammgewebes auf das weiche kindliche Köpfchen wird so vermindert und die Austreibungsphase verkürzt.

  • wenn die Geburt mit Hilfe einer Saugglocke beendet werden muss,

  • wenn die Mutter aus medizinischen Gründen nicht pressen darf (Herz-, Augenleiden).

Folgen, Symptome eines Dammschnittes/ Dammrisses

  • Es dauert zirka sechs Wochen, bis ein Dammschnitt verheilt ist, bei leichteren Dammrissen geht dies viel schneller.

  • Es kann zu Schwellungen und Schmerzen kommen.

  • Je nach Lage der Verletzung kann es im Wochenbett und längere Zeit danach beim Sitzen, Laufen, Stuhlgang oder beim sexuellen Verkehr zu ziehenden Schmerzen kommen.

  • Durch einen Dammschnitt kann es zu Blutergüssen (Hämatome) kommen, welche sehr schmerzhaft sind, evtl. müssen diese geöffnet werden müssen (oder es erfolgt eine homöopathische Behandlung).

  • Es kann zu Infektionen bis hin zu Abszessbildungen kommen, welche operiert werden müssen. Hier bietet die Homöopathie auch eine schonende Behandlung.

  • Es kann trotz Dammschnitt zu einer Beteiligung der Darmschleimhaut kommen (Fistelbildung, Verletzung des Schliessmuskels, Darm-Inkontinenz, es kann Monate dauern, bis sich die Muskelfunktion normalisiert hat). Durch eine homöopathische Behandlung bereits im Wochenbett kann solchen Komplikationen vorgebeugt werden. Wird die homöopathische Behandlung erst später in Erwägung gezogen, kann auch hier durch eine gezielte Therapie die Muskelfunktion wider angeregt werden.

  • Durch eine allgemeine Schwellung des Gewebes und die mangelnde Durchblutung platzt manchmal die Naht auf, so dass erneut genäht werden muss.

Vorbeugung Dammriss/ Dammschnitt

Um einen Dammschnitt zu vermeiden, sollte das Gewebe geschmeidig und weich sein. Dann dehnt es sich leichter und bleibt bei der Geburt des Kindes unverletzt. Auf alle Fälle ist es ratsam, bei einem Informationsabend in Ihrer Entbindungsklinik nach der Dammschnittrate zu fragen. Lassen Sie sich auch die Gründe, die in dieser Klink zu einem Dammschnitt führen, erläutern. Beträgt die Dammschnittrate mehr als 30 bis 40%, so ist dies ein Zeichen dafür, dass die Klinik nicht auf dem neuesten Stand der Geburtshilfe ist.

  • Dammmassage in der Schwangerschaft

  • Dehnungsübungen in der Hockstellung

  • Besichtigung der Gebärabteilung

  • Warme Kompressen auf den Damm während der Geburt

  • Wassergeburt


Tipps Wochenbett


  • Wichtig ist die Hygiene, das heisst häufiger Wechsel der Binden. Genitalbereich nach jeden Toilettengang sorgfältig mit warmem Wasser spülen oder Duschen, Wunde trocken tupfen oder trocken föhnen.

  • Sitzbäder mit Kamillen-Extrakt (nicht während homöopathischer Behandlung) oder Salz

  • Aufblasbarer Ring als Sitzkissen in der ersten Zeit nach der Geburt

  • Arnika-Kompressen

  • Kühlen mit Eispackung oder einem Cold-Pack

  • Sorgen Sie für eine weichen Stuhl (viel Trinken) s. auch Obstipation


Behandlung Schulmedizin


  • Schmerzmittel und Entzündungsmittel (mit Paracetamol, Ibuprofen), Vorsicht wegen dem Stillen!


Tipps aus der Naturheilkunde


Geburtsvorbereitung

  • Dammmassage ab der 35. Schwangerschaftswoche mit Mandel-, Weizenkeimöl, Johannisöl , 2-3x pro Woche (kreisende Bewegungen)

  • Himbeerblätter-Tee zur Auflockerung des Beckengewebes, ab der 32. Schwangerschaftswoche, 3-4 Tassen täglich.

  • Johannisöl einreiben

Während der Geburt

  • Warme Auflagen mit verdünnter Calendula-Tinktur, Kaffee

Dammriss/ Dammschnitt

  • Verdünnte Tinkturen aus Ringelblume und Arnica als Kompressen ( 15 Tropfen Urtinktur in 50 ml Wasser)

  • Sitzbäder mit Ringelblume (aber nicht zu für einige Min., damit die Wundränder nicht aufgeweicht werden.

  • Bei entzündeter Naht, Wunde: Calendulasalbe

  • Bei rötlichen, leicht offenen Wunden: Ringelblumensalbe als Kompresse

  • Bei klaffenden tiefen Dammwunden: Beinwellsalbe

  • Muttermilch (sie enthält körpereigene Abwehrstoffe) auf eine Kompresse geben und als Auflage auf die Dammnaht geben.


Behandlung Klassische Homöopathie


In der Schwangerschaft wurde das Gewebe im Beckenboden hormonell auf die Geburt vorbereitet. Ist dann endlich ist das Baby da, die aufregende Geburt ist vorüber, kommt erst mal die Zeit, wo der ganze Genitalbereich Erholung braucht. Die Gebärmutter ist noch sehr schwer und der überdehnte Beckenboden erholt sich besser, wenn Sie liegen.Schonen Sie sich, versuchen Sie viel zu liegen, längeres Sitzen und Stehen sollte vermieden werden. Vermeiden Sie auch jegliche Spreizhaltung der Beine (z.B. beim ins Bett gehen oder bei der Rückbildungsgymnastik), dies gilt insbesondere, wenn es zu kleinen Dammrissen oder zu einem Dammschnitt kam. Wenn sie beim Sitzen Probleme haben, ein Sitzring kann hier bereits Erleichterung bringen (v.a. wenn es auch zu einer Scheidenverletzung oder zu einer Steissbeinverletzung kam).

Bei einem Dammschnitt hält der Wundschmerz meist länger an, als wenn es zu einem spontanen Riss kam. Meist sind die Schmerzen am 4. und 5. Tag nach der Geburt am stärksten. Meist ist das der Zeitpunkt, wo das Nahtmaterial "reagiert", sich das Material aufzulösen beginnt und Spannung verursacht. Fäden können vom Körper durchaus als Störfaktor betrachtet werden. Je nachdem, wie die Wundheilung fortgeschritten ist, wird die Hebamme oder der Arzt die Fäden lösen oder ziehen können. Dies ist von Frau zu Frau sehr individuell (wenn man denn auf die Symptome, bzw. Beschwerden achtet, und nicht stur nach Indikationen vorgeht). Es kommt durch die Fäden leicht zu zusätzlichen Reizungen des Gewebes. Klagt die Frau über Schmerzen, sollte dies ernst genommen werden, da kann die Dammnaht noch so gut aussehen!

Mit Hilfe der klassischen Homöopathie kann sanft und ohne Nebenwirkungen eine Linderung des Wundschmerzes eingeleitet werden. Der Vorteil ist, dass die Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Auch verhindert man oft, dass noch Monate später Schmerzen in diesem intimen Bereich auftauchen (Stuhlgang, Geschlechtsverkehr) oder dass es später zu einer Inkontinenz, Blasensenkung, Gebärmuttersenkung kommt.

Ich berate meine Patientinnen auch gerne vor der Geburt. Die Patientin sollte während der Austreibungswehen z.B. nicht zu sehr zum Pressen angefeuert werden, da der zu rasche unkontrollierte Durchtritt des kindlichen Schädels zu Weichteilverletzungen der Frau führt. Das vaginale Gewebe benötigt Zeit, um sich dehnen. Wenn das CTG es zulässt, sollte es jeder Gebärenden ermöglicht werden, entsprechend dem Tempo ihres Organismus zu entbinden.

In verschiedensten Ratgebern wird immer wieder Arnika nach der Geburt empfohlen (Wundheilung, Zerschlagenheitsgefühl, usw.). Noch besser ist es aber, nach dem Symptomenbild und allgemeinem Zustand eine homöopathische Behandlung in die Wege zu leiten. So kann z.B. auch bei Risswunden, Schnittwunden, Wundheilungsstörungen, starken und sehr schmerzhaften Hämatomen, Wundinfektion, usw. rasch Hilfe geboten werden.



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