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Dreimonatskoliken

Dreimonatskoliken


Siehe auch Bauchschmerzen; Blähungen


Viele Säuglinge haben in den ersten Wochen nach der Geburt Schreiattacken, Schlafstörungen, Unruhe, welche nach ca. 3 Monaten überstanden sind. Kind und Eltern leiden gemeinsam, zumal ein beachtliches Schlafdefizit bei den Eltern entstehen kann! Jungen sind häufiger von den Koliken betroffen als Mädchen. Bis 20% aller Babys leiden in den ersten Lebensmonaten unter den kolikartigen Bauchschmerzen. Nach diesen ersten Monaten verschwinden die Beschwerden in der Regel von alleine.

Ursachen

Wie die Krämpfe genau verursacht werden, ist immer noch ungeklärt, es gibt verschiedene Theorien.

  • Reizüberflutung . Besonders in den ersten Monaten erfährt das Baby den ganzen Tag über neue Reize. Die Verarbeitung dieser Reize kann sich im abendlichen Schreien äussern.

  • Die Unsicherheit der Eltern kann sich auf das Kind übertragen.

  • Unruhe in der Familie oder Frustration der Babys

  • Geschluckte Luft (durch Trinken, Schreien)

  • Verdauungsstörungen beim Kind oder bei der Mutter.

  • Darmbewegungen. Durch die veränderte Nahrungsaufnahme nach der Geburt muss sich der Magen-Darm-Trakt erst einmal umstellen, sodass es zu verstärkter Darmtätigkeit kommen kann.

  • Essverhalten.

  • Die Trinkmenge kann eine Rolle spielen, aber auch wie schnell das Kind trinkt. Durch zu hastiges Trinken kann das Kind zuviel Luft mit der Nahrung schlucken. Das kann zu einem erhöhten Gasgehalt im Darm des Kindes führen.

  • Sind die Abstände des Stillens sehr kurz (weniger als zwei Stunden) trifft die frische Nahrung auf die bereits halb verdaute Nahrung, was wiederum Blähungen verursacht.

  • Essverhalten der Mutter. So könnten bestimmte Nahrungsmittel wie z. B. Zwiebeln, Kohl, Hülsenfrüchte sowie stark gewürztes Essen die Auslöser der Koliken sein (nach dem Stillen).

  • Reagiert das Baby allergisch auf die in Milch enthaltene Laktose kann es zu verstärkter Gasbildung im Darm kommen.

Symptome

Durch Anpassungsschwierigkeiten der Verdauungsorgane kommt es zu Luftstauungen, Blähungen, verbunden mit heftigen Bauchschmerzen.

  • Es sind gut gedeihende Kinder betroffen.

  • Die Kinder sind angespannt, trinken schnell, hören nach wenigen Schlucken bereits mit der Nahrungsaufnahme wieder auf.

  • Die Kinder schreien extrem lange und schrill, das Schreien ist kaum zu unterbrechen.

  • Sie ziehen die Beinchen an und lassen sich nur schwer beruhigen.

  • Sie ziehen andauernd die Beine an und ballen die Fäuste.

  • Das Schreien beginnt nach den Mahlzeiten, häufig beginnen sie jedoch am späten Nachmittag oder am Abend.

  • Die Kinder lassen sich schwer beruhigen.

  • Der Bauch ist aufgebläht, hart.

  • Der Windabgang bereitet Mühe, das Kind versucht krampfhaft sich Erleichterung zu verschaffen.

  • Die Füsse sind kalt.

  • Das Schreien endet meist nach einer Darmentleerung oder nach Luftaufstossen.

  • Das Schreien nach der Mahlzeit kann auch der Ausdruck von Hunger sein. Geben sie Ihrem Kind in diesem Fall abends mehr zu trinken, damit es in der Nacht ruhig schlafen kann.


Tipps


  • Achten Sie darauf, dass schon bald nach der Geburt ein möglichst geregelter Tagesablauf stattfindet. Die Kinder brauchen Routine, dies gibt ihnen Stabilität, Ruhe und Sicherheit. Muten Sie Ihrem Kind nicht zu viele Reize und Hektik zu. So können Sie ihm helfen, ruhig einzuschlafen. Wenn Schlafenszeit ist, schalten Sie Radio und Fernseher aus, dunkeln Sie die Räume ab. Machen Sie Rituale.

  • Geben Sie Ihrem Kind die notwendige Aufmerksamkeit, wenn es schreit. Dadurch erhalten sie das beruhigende Gefühl, dass jemand für sie da ist. Einen Säugling einfach schreien zu lassen ist unmenschlich.

  • Beim Stillen Kind mit dem Oberkörper erhöht halten, beim Trinken sollte es die Brustwarze ganz in den Mund nehmen.

  • Sie können darauf achten, dass die Stillabstände nicht zu kurz werden (die Milch wird durch zu häufiges Anlegen, weniger als zwei Stunden, nicht mehr richtig verdaut, es entstehen so Blähungen).

  • Vermeiden Sie bei Ihrem Kind zu schnelles trinken. Dadurch kann es vermehrt Luft schlucken.

  • Lassen Sie ihr Kind während und nach jeder Mahlzeit aufstossen.

  • Bei Flaschenernährung dieses nicht unmittelbar vor dem Füttern schütteln, es bilden sich zu viele Luftbläschen. Benutzen Sie einen Sauger mit kleinerem Loch. Achten Sie darauf, dass die Schaumreste in der Flasche nicht mitgefüttert werden.

  • Babys geniessen Hautkontakt, tragen Sie Ihr Kind z.B. oft auf sich, indem sie es auf die nackte Brust (auch Vater) legen. Kind über die Schulter herumtragen (Wärme und Kontakt).

  • Mit der "Fliegerstellung" kann versucht werden etwas Linderung zu schaffen: Das Kleine mit dem Bauch nach unten auf den Unterarm nehmen und umhertragen. Das Herumtragen und Schaukeln in dieser Lage kann beruhigend wirken.

  • Manche Kinder werden ruhiger, indem man ihre Beine zum Bauch hin anwinkelt.

  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Baby warme Füsschen hat. Es wird auch nichts gegen eine sanfte Massage haben.

  • Die Ernährung der stillenden Mutter spielt eine wesentliche Rolle (auch wenn dies aus Sicht der Schulmedizin immer wieder belächelt wird). Viel tierisches Eiweiss (Fleisch, Wurst, Milch und Milchprodukte, Eier, Fisch) ist nicht so gut, besser sind Vollkornprodukte, Frischkost, frisches Getreide. Kohlarten, Zwiebeln, Lauch, Linsen können allerdings Blähungen beim Kind verursachen, auch wenn sie die Mutter bestens verträgt! Meiden Sie möglichst Kaffe, Cola, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke, aber auch Pflaumen, Äpfel, Orangen, Hefe, Kaffee, Schokolade, Tee. Sie können verschiedene Nahrungsmittel ausprobieren und sehen, wie ihr Kind darauf reagiert.

  • Tees welche krampflösend, blähungstreibend wirken: Anis, Fenchel, Kümmel, Kamille. Sie können die Flaschennahrung auch mit diesen Tees vorübergehend ansetzen. Wechseln Sie dabei die Teesorten.

  • Warme Bauchauflagen/ Wickel mit warmem Wasser, Kartoffelauflage der Heublumensack. (aber seien sie vorsichtig, die Babyhaut ist sehr empfindlich).

  • Bauchmassage im Uhrzeigersinn mit Johannis- oder Kümmelöl. Oder warme Hand auf den Babybauch legen, die Finger mit der anderen Hand sanft drücken, im Uhrzeigersinn, links beginnend um den Nabel massieren. Die Massage führt die Luft im Darm in die richtige Richtung und somit können sich die Blähungen lösen.

  • Warmes Bad, Wärmflasche können ebenfalls helfen.

  • Das Anhören von Musik, bzw. singen oder das Hören von monotonen Geräuschen kann auf die Kinder eine beruhigende Wirkung haben.

  • Übergeben Sie Ihr Baby auch einmal dem Vater, der Grossmutter, usw., wenn es gefüttert und trocken ist, aber trotzdem schreit. Denken Sie dabei an sich selbst, um dann wieder ruhiger und geduldiger im Umgang mit Ihrem Baby zu agieren.

  • Vor allem sollten sie eines: Ruhig bleiben! Denn meistens überträgt sich die Unruhe der Eltern auf das Kind.

  • Denken Sie daran, dass Dreimonatskoliken für das Baby harmlos, aber für Sie als Eltern mit sehr viel Stress verbunden sind. Vergessen Sie daher bitte nicht während dieser Zeit, auf sich selbst zu achten.

Achten Sie aber darauf, dass bei länger anhaltenden oder heftigen Beschwerden und zusätzlichen Symptomen wie Erbrechen, Fieber, Mattigkeit Ihr Kind sorgfältig ärztlich untersuchen zu lassen.


Behandlung Klassische Homöopathie


Homöopathie hilft dem Körper, besser mit Krankheitssymptomen fertig zu werden. Sie unterstützt die Selbstheilungskräfte des Körpers auf sanfte Weise. Homöopathie ist bei Kindern deshalb so erfolgreich, weil sie meist ein gutes Regulationsvermögen haben!

 

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