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Kopfgneis (Kopfgrind)

Kopfgneis
(Kopfgrind/Seborrhoisches Ekzem)


siehe auch Milchschorf; Hauterkrankungen; Ekzeme; Neurodermitis

Bei Kopfgneis (Grind) und Seborrhoischem Ekzem handelt es sich um eine Funktionsstörung der Talgdrüsen.

An Kopfgneis erkranken v.a. Säuglinge. Die Erkrankung ist nur vorübergehend und völlig ungefährlich. Nach den ersten drei Lebensmonaten ist sie selten. Charakteristisch für Gneis sind weisse, gelbliche bis bräunliche, fettig glänzende, Schuppen (in schwereren Fällen rötliche, scharf begrenzte schuppende Flecken oder Knoten unterschiedlicher Grösse). Am Kopf haften die Schuppen oft sehr fest und bilden einen öligen, dicken Belag der die Haare verklebt. Gneis breitet sich wie ein Helm bis zu den Augenbrauen und an den Schläfen entlang aus.

Bei gut 90% der Betroffenen ist die Kopfhaut betroffen, Augenbrauen, Nasolabialfalte (Falte zwischen Nasenflügel und Mundwinkel), Stirn, Brust, Rücken können jedoch ebenfalls betroffen sein. Im Gegensatz zum Milchschorf juckt Gneis nicht. Trockene Luft (z.B. im Winter) haben einen verschlimmern den Hautzustand. Manchmal kommt es durch Bakterien oder durch Hautpilze zu einer Entzündung.

Die mildeste Form des seborrhoischen Ekzems tritt in Form von weisslichen, feinen Kopfhautschuppen ohne Entzündungszeichen auf.

Gneis kann, wenn er am Körper auftritt manchmal mit Milchschorf, Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis oder Windeldermatitis verwechselt werden. Die Krankheit kann mehrfach aufflammen. Das Seborrhoische Ekzem im Erwachsenenalter entwickelt sich oft langsam (Pubertät und erreicht ihre volle Ausprägung um das 40. Lebensjahr).

Ursachen

  • Die Ursachen für die verstärkte Schuppenbildung und vermehrte Talgabsonderung sind nicht geklärt. Man kann aber eine genetische Veranlagung für die Erkrankung beobachten. Neben schwacher Immunabwehr, Nervenkrankheiten wie Morbus Parkinson, scheint auch Stress, Schlafmangel, Rekonvaleszenz eine Rolle zu spielen.

  • Wahrscheinlich besteht auch ein Zusammenhang zum Hormonsystem (Überschuss an männlichen Sexualhormonen, z.B. Testosteron, welche die Talgproduktion stimulieren). Bei Babys verschwindet der Gneis für gewöhnlich im Alter von drei bis vier Monaten, genau dann, wenn sich die Hormone, die das Kind schon im Mutterleib von der Mutter erhalten hatte, reduzieren. Dieser Zusammenhang erklärt das häufige Auftreten des Ekzems v. a. bei Männern und bei Frauen während der Wechseljahre.

  • Menschen mit fettiger Haut und fettigen Haaren sind öfter betroffen.

  • Schwitzen, atmungsinaktive Kleidung, zu fette Hautpflegprodukte begünstigen die Symptome.

  • Man nimmt an, dass Hefepilze ebenfalls eine Rolle spielen.

Symptome

  • Bei Säuglingen können dicke, fettige, weisse oder gelbliche Schuppen auf dem Scheitel in Erscheinung treten, die typischerweise nicht von Juckreiz begleitet sind. Gesicht und Stirn können von einer feinen Schuppung betroffen sein. Auch andere Gebiete wie Bauchnabel, Leisten und das Gesäss können beteiligt sein. Diese Areale weisen die höchste Anzahl an Talgdrüsen auf. Bei einigen Kindern kann sich das seborrhoische Ekzem auch nur in der Windelregion ausprägen, wobei es mit anderen Formen der Windeldermatitis verwechselt werden kann.

  • Bei Jugendlichen und Erwachsenen beginnt die Hauterkrankung meist mit einer leichten, fettigen Schuppung der Kopfhaut, Augenbrauen, Augenlider, Rötung und Schuppung in der Nasolabialfalte (Falte zwischen Nase und Lippen), Kinn, hinter den Ohren. Die Schuppung wird mit der Zeit stärker. Betroffen sind in schweren Fällen auch Brustbein und Rücken.

  • Der Hautausschlag kann im Erwachsenenalter kommen und gehen. Juckreiz kann auftreten, fehlt aber meistens (im Gegensatz zum Milchschorf der stark juckt).

  • Meist besteht ein insgesamt fettiger Hauttypus.

  • Die betroffenen Stellen können von Hefepilzen besiedelt werden (der Rand des Ausschlags schuppt und rötet sich).

Unterscheidung/Differenzierung:
Kopfgneis - Milchschorf

  Kopfgneis Milchschorf
Beginn Erscheint ca. 1 Woche nach der Geburt Erscheint meist nach dem 3. Lebensmonat
Dauer Heilt meist nach dem 3. Lebensmonat ab Mehrere Monate, bis 2 Jahre
Prognose Wird niemals chronisch, kein Symptom für spätere Allergien Kann in eine Neurodermitis übergehen
Juckreiz Kaum Juckreiz Starker Juckreiz
Krusten Weiche, fetthaltige Schuppen Harte Schuppen
Allgemein-befinden Kaum beeinträchtigt beeinträchtigt

Unterscheidung/Differenzierung:
Kopfgneis/Seborrhoisches Ekzem - Neurodermitis

  Kopfgneis / Seborrhoisches Ekzem Neurodermitis
Lokalisation Windelbereich, Kopf Armbeugen, Kniekehlen, Hände, Nackenbereich, Brust
Ausschlag Scharf begrenzt. Fettig glänzende, weisse, gelb-bräunliche Schuppen Unscharf abgegrenzte Herde, Nässen, Krusten, Haut ist verdickt.
Streicht man mit einem Gegenstand über die Haut, bildet sich eine weisse Linie.
Beginn 4. - 12. Lebenswoche Jugendliche, Erwachsene.
Kann immer wieder auftauchen
6.- 16 Lebenswoche erstmals auftretend, danach chronischer Verlauf.
Stimmung Zufrieden Unzufrieden, starke Unruhe
Schlaf Normal Oft schlecht (Juckreiz)
Juckreiz Fehlt Starker Juckreiz, Schwitzen, Wärme, Wollkontakt verschlimmert

 


Behandlung Schulmedizin


  • Babyshampoo mit pilzabtötendem Wirkstoff (Antimykotika)

  • Schuppenlösende Medizinal-Shampoos (z.B. mit Salicylsäure, Harnstoff). Salicylsäure ist für Kinder ungeeignet (Gefahr einer Nierenschädigung)

  • Bei Erwachsenen: Shampoos mit pilzabtötendem Wirkstoff (Terzolin), Salicylsäure, Kortison

  • Antibiotika (bei Infektion)

  • Cremes mit Urea (Harnstoff)

  • Feuchtigkeitscremes

  • Phototherapie (Bestrahlung mit UVB-Strahlen)


Tipps


  • Tägliche Gesichtspflege mit nicht zu öligen Pflegeprodukten

  • Ev. Verzicht auf scharfe Lebensmittel oder alkoholische Getränke

  • Frische Luft, Sonne kann sich günstig auf die Entzündung auswirken.

  • Männer sollten sich keinen Bart wachsen lassen, die glatte Haut ist weniger empfindlich

  • Stress und Schlafmangel sind zu vermeiden

  • Keine Seife, pH-neutrale Syndets verwenden, z.B. Eubos. Sie können die Haut auch mit einem hautneutralen Shampoo, z.B. Sebamed waschen.

  • Waschen mit Kochsalzlösung

  • Sanftes Peeling mit einem Waschlappen

  • Ernährungsumstellung, möglichst wenig tierisches Eiweiss


Tipps aus der Naturheilkunde


  • Tee-Waschungen: Kamille (nicht während homöopathischer Behandlung), Ringelblume

  • Umschläge mit warmem Eichenrindensud. Bäder mit Fichtennadelextrakt (nicht länger als eine Viertelstunde). Nach dem Bad sollte auf eine Rückfettung der Haut durch Öle oder Lotionen allerdings verzichtet werden.

  • Luft- und Sonnenbäder


Behandlung Klassische Homöopathie


Im homöopathischen Verständnis ist jede Hauterkrankung ein Frühsymptom für eine Belastung. Es wäre deshalb wichtig, möglichst frühzeitig eine homöopathische Behandlung in die Wege zu leiten (nicht erst, wenn unterdrückende Behandlungen gemacht wurden). Das heisst, tauchen erste Symptome von Milchschorf oder Gneis auf, wird eine Konstitutionsbehandlung eingeleitet. Dazu wird der gesamte Gesundheits-, bzw. Krankheitszustand miteinbezogen.

siehe auch: Konstitutionsbehandlung

Hautausschläge werden in der Homöopathie nie mit Salben behandelt. Die homöopathische Behandlung zielt ja auf die Lebenskraft und nicht auf die Haut.

Ich mache Patienten, welche schon medizinisch gegen Hautkrankheiten behandelt wurden, immer darauf aufmerksam, dass bei einer homöopathischen Behandlung ein alter Hautausschlag wieder zum Vorschein kommen wird. Diese Heilreaktion ist gewünscht, sie darf keinesfalls mit unterdrückenden Massnahmen behandelt werden (auch nicht mit homöopathischen oder naturheilkundlichen Arzneien, welche nur auf die oberflächlichen Symptome wirken). Das ist für die Betroffenen manchmal etwas schwer zu verstehen, weil sie ja möglichst schnell eine schöne Haut wollen. Doch die Geduld lohnt sich, zumal sich der Allgemeinzustand meist auf eindrückliche Weise bessert.



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