Sie befinden sich hier: Startseite > Behandlung > Krankheiten > Muskelzerrung

Muskelzerrung

Muskelzerrung


Siehe auch: Bänderzerrung; Muskelschmerzen; Muskelverletzungen, Sportverletzungen; Verstauchung


Bei Sportarten wie Sprint, Fussball, Tennis, Handball, wo Beschleunigungen und schnelle Stopps erforderlich sind, kommen Muskelzerrungen gehäuft vor. Aber auch bei Sportarten wie Schwingen, Skifahren kommt es leicht zu Überdehnung von Muskelfasern. Am häufigsten sind Waden- und Oberschenkelmuskulatur betroffen.

Wird ein Muskel plötzlich über sein physiologisches Mass hinaus gedehnt, spricht man von einer Muskelzerrung. Die Muskelstruktur bleibt dabei intakt. Ist der Muskel vollständig durchtrennt, spricht man vom Muskelriss.

Ursachen

  • Sportliche Leistungen im Bereich der Muskelschnellkraft machen anfällig auf Zerrungen.

  • Mangelndes Einwärmen

  • Übermüdung

  • Überschätzung des eigenen Leistungsvermögens.

  • Kälte, Nässe (fehlende Schutzkleidung)

  • Schlecht auskurierte alte Muskelverletzungen.

  • Mangelnde Kondition (Kraft, Koordination, Beweglichkeit).

Symptome

  • Schwellung und Schmerzen (als Folge der Blutung innerhalb der Muskulatur).

  • Druck- Dehnungs- und Anspannungsschmerz. Zunehmend, krampfartiger Schmerz wenn der Muskel gedehnt wird. Die Bewegung und Muskelkraft und damit der aktive Bewegungsablauf sind eingeschränkt.

  • Bei Muskelfaserriss ist der Schmerz stechend.  Ein plötzlicher Muskelabriss führt zu einem scharfen, stechenden Schmerz. Der Muskel zieht sich zusammen, ist als Verdickung sichtbar und verliert seine Funktion.

  • Bluterguss

  • Durch den Bluterguss können Narben im Muskel entstehen (der Muskel ist als Folge nicht mehr voll dehnungsfähig, er ist anfällig für neue Verletzungen). Durch zu frühe Massage, Training kann es zu chronischen Entzündungen, Narbenbildung und Zystenbildung kommen.

Prophylaxe

  • Aufwärmen der Muskulatur vor jeder körperlichen Belastung, Ermüdungssymptome beachten

  • Auskühlen der Muskulatur vermeiden

  • Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgleichen

  • Gutes Schuhwerk um Fehlbelastungen zu vermeiden

  • Wichtig ist, dass die sportliche Aktivität erst bei völliger Schmerzfreiheit wieder aufgenommen wird

  • Homöopathie (besonders wenn eine frühere Verletzung des Muskels vorliegt)


Schulmedizinische Behandlung


  • Abschwellende Behandlung. Kühlen mit kalten Umschlägen, Eispackungen in Intervallen (15-20 Min, dann 5 Min. Pause).

  • Extremität hochlagern.

  • Fester Verband

  • Schmerzlinderung

  • Salben mit entzündungshemmenden und kühlenden Substanzen.

  • Wärmebehandlung

  • Physiotherapie (Muskelaufbau, Dehnübungen im schmerzfreien Bereich).

  • Reizstromtherapie

  • Operation: Wenn mehr als zwei Drittel des Muskels gerissen ist, bei grösserem Bluterguss. Danach erfolgt Ruhigstellung für ungefähr vier Wochen.

Verschwindet der Schmerz nicht innert kurzer Zeit, sind Bewegungsfähigkeit und Muskelkraft eingeschränkt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Mit spezifischen Bewegungstests lässt sich das Ausmass der Einschränkung bestimmen. Eine Ultraschalluntersuchung zeigt, ob und wo sich ein Riss oder Bluterguss befindet und wie gross das Ausmass der Verletzung ist.

Training: Für eine Muskelzerrung ist das zum Beispiel nach zwei bis vier Wochen, bei Muskelrissen erst nach zwölf Wochen möglich. Ein passives Dehnen der Muskeln sollte man mit Ausnahme von Krämpfen vermeiden, da es dadurch zur Weichteilverknöcherung und Entzündung (Myositis ossificans) kommen kann.

Tipp: Klassische Homöopathie


Tipps aus der Naturheilkunde


Siehe auch: Bänderzerrung

  • Legen Sie beruhigende, kühlende Umschläge Mit Heilerde oder Beinwellwurzel auf

  • Machen kalte Essigwasser-Umschläge

  • Quark- oder Kohlblätterwickel

  • Arnika-Salbe

  • Auflagen mit Beinwelltinktur

  • Vitamin C

  • Leinöl: 1 TL täglich


Behandlung Klassische Homöopathie


In den meisten Fällen macht eine homöopathische Behandlung die chemische schulmedizinische Behandlung überflüssig. Homöopathie ersetzt aber keine Diagnostik. Je nach Schweregrad der Verletzung muss evtl. ein Ultraschall oder ein Röntgenbild gemacht werden. Eine Behandlung gleich nach dem Unfall verkürzt die Heilungszeit erheblich. Kam es zu einem vollständigen Muskelriss, wird die Homöopathie vor und nach der Operation begleitend eingesetzt. Homöopathische Arzneimittel vermögen aber auch Einblutungen aufzulösen, ja selbst Narben oder Zysten können günstig beeinflusst werden.


Ist das homöopathische Arzneimittel richtig gewählt, sind Schmerzen, Blutung und Schwellung innert wenigen Stunden deutlich geringer, die Heilung verkürzt sich sehr.

  • Auf Erste Hilfe mit Eis oder Cold Pack, Hochlagern, Ruhe sollte bis zur homöopathischen Versorgung nicht verzichtet werden. Unter Kälteeinwirkung ziehen sich die Blutgefässe zusammen und es blutet weniger. Kühlung ist zugleich schmerzlindernd. Es gibt aber auch Ausnahmen: Wärme kann ebenfalls schmerzlindernd und abschwellend wirken. In der Klassischen Homöopathie wissen wir, dass jeder Mensch verschieden ist. So gibt es Menschen, die durch Wärme Erleichterung erfahren, Kälte hingegen verursacht noch mehr Schmerzen. Bitte berücksichtigen Sie diese Verbesserungs- und Verschlechterungsmodalitäten bei der ersten Hilfe. Dasselbe gilt für Bandagen, nicht jeder Verunfallte verträgt diese.

  • Auch wenn die Schmerzen schnell verschwinden, verzichten Sie zunächst auf jegliche sportliche Aktivität. Jede Muskelverletzung braucht Zeit um auszuheilen.

  • Vermeiden Sie in der ersten Zeit auch passive Bewegungen, lokal erwärmende Massnahmen oder Massagen im verletzten Gebiet, weil diese die körpereigenen Reparaturmechanismen nur stören.

  • Besteht bei Ihnen eine vermehrte Neigung zu Gelenksverletzungen (Stabilitätsverlust), Muskel- und Sehnenverletzungen, so sollte unbedingt eine Konstitutionsbehandlung gemacht werden.

Manchmal wird es schwierig für mich, wenn Patienten bereits mehrere verschiedene homöopathische Arzneimittel eingenommen haben, ohne dass eine Besserung eingetreten ist. Dadurch werden die Symptome unklar. Arnika, oft empfohlen in Ratgebern, wirkt nur wenn die Symptome und der Zustand des Betroffenen zu Arnika passen! Ansonsten kann Arnika auch gegenteilige Folgen haben, gar die Heilung verzögern. Wenn Sie eine Bänderzerrung selber behandeln, sollten Sie also bereits gute Kenntnisse über die Wirkungsweise der Homöopathie besitzen. Das gleiche gilt, wenn Sie in homöopathischer Konstitutionsbehandlung sind, kontaktieren Sie lieber Ihren Homöopathen, bevor sie selber Arzneimittel einnehmen.

Besteht bei Ihnen eine vermehrte Neigung zu Gelenksverletzungen (Stabilitätsverlust), so sollte unbedingt eine Konstitutionsbehandlung gemacht werden.

Homöopathische Selbstbehandlung

  • Wenn Sie eine Muskelzerrung selber behandeln, sollten Sie gute Kenntnisse über die Wirkungsweise der Homöopathie besitzen. Rufen Sie lieber an, oder kontaktieren Sie Ihren Homöopathen, bevor sie selber homöopathische Arzneimittel einnehmen.

  • Das gleiche gilt, wenn Sie in homöopathischer Konstitutionsbehandlung sind. Nur Ihr Homöopath weiss, ob die in Frage kommenden Verletzungsmittel mit Ihrem Konstitutionsmittel harmonieren. Evtl. wird er Ihnen auch Ihr Konstitutionsmittel in einer anderen Potenz verschreiben.



zurück zu Krankheiten