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Neuralgie

Neuralgie


Siehe auch: Trigeminusneuralgie, Gürtelrose

Neuralgien gehören mit zu den schmerzhaftesten Leiden überhaupt. Zu Neuralgien kommt es durch Nervendruck oder im Verlauf von Infektions- und Stoffwechselerkrankungen. Die Schmerzen sind meist rezidivierend (wiederkehrend), bzw. chronisch. Neuralgien bergen wegen den enormen Schmerzen die Gefahr der Medikamentenabhängigkeit.

Bekannte Formen der Neuralgie sind die Neuralgie nach Gürtelrose (Herpes-zoster) oder die Trigeminusneuralgie (Neuralgie der Gesichtsnerven). Kälte, Kauen, Schlucken, Duschen können bereits einen Anfall auslösen.

Ursachen

  • Zugluft, kalter Wind, Sitzen auf kalter Unterlage.

  • Entzündungsherde an Zähnen (Zahnwurzelabszesse; tote Zähne, Mandeln, Nebenhöhlen.

  • Bandscheibendegenration

  • Diabetes

  • Erkältung, Grippe, Infektionen

  • Narben

  • Impfungen

  • Amalgam

  • Einige Neuralgien haben auch einen psychosomatischen Hintergrund.

  • Herpes; Gürtelrose

  • Nervenverletzungen (z.B. Zahnarzt, Unfall mit Kiefer- und Gesichtsverletzungen)

  • Prellungen

  • Alkohol; Nikotin

Symptome

  • Eine Neuralgie kann akut, aber auch chronisch verlaufen.

  • Typischerweise treten Neuralgien als sehr kurz dauernde (Sekunden), aber äusserst intensive Schmerzattacken auf. Die Schmerzen sind blitzartig, elektrisierend, messerstichartig. Sie werden als reissend, stechend, bohrend beschrieben, sie sind unerträglich. Es besteht ein Kälte oder Hitzegefühl im betroffenen Gebiet, Taubheit oder Kribbeln (Ameisenlaufen).

  • Zwischen den Attacken besteht oft eine Schmerzfreiheit (Differenzierung zur Nervenentzündung/Neuritis: Hier besteht ein Dauerschmerz).

  • Mit der Zeit können die Schmerzen auch eher dumpf und andauernd werden. Sie geben dann nicht selten Anlass zu Verwechslungen, z.B. mit Zahnaffektionen (sie führen dementsprechend zu unnötigen Behandlungen).


Behandlung Schulmedizin


  • Schmerztherapie

  • Antidepressiva

  • Leitungsanästhesie (Betäubung von Nerven oder Nervenbündel mit einem Lokalanästhetikum)

  • Vitamin B


Tipps aus der Naturheilkunde


  • Wärme- oder Kälte-Anwendungen

  • Einreiben von Johanniskrautöl

  • 15 Min. Vollbad mit 15 – 20 Tropfen Lavendelöl (Insulinabhängige Diabetiker sollten Lavendel nur in geringsten Dosen verwenden).

  • Rosmarin und Lavendel zu gleichen Teilen als Tee mischen. Pro Tag aus 1 TL der Mischung mit kochendem Wasser überbrühen und 4 Wochen lang täglich trinken.


Behandlung Klassische Homöopathie


Die Klassische Homöopathie bietet sowohl bei akuten neuralgischen Schmerzen wie auch bei chronischen Schmerzen einiges.

Bei einer Neuralgie haben wir es oft mit einer Verselbständigung des ursprünglichen akuten Schmerzes zu tun. Das heisst, die Ursache des Schmerzes ist entweder noch ungelöst, oder der Körper hat die Schmerzinformation verinnerlicht. Das menschliche Gefühlsspektrum ist reich an Emotionen, die auf diese Weise körperlich Ausdruck finden können. Viele chronische Schmerzzustände begründen sich erfahrungsgemäss überwiegend auf zurückgehaltenen und unterdrückte Wut, Zorn, Aggression und sexuelle Energien, auch Kummer, Trauer und Depressionen tragen oft ihren Teil dazu bei.

Bei einer homöopathischen Akutbehandlung tritt innert Stunden eine starke Abnahme der  Schmerzen ein. Später sollte aber konstitutionell weiterbehandelt werden. Für die Wahl des richtigen Arzneimittels ist eine ausführliche Anamnese notwendig. Dabei ist nicht der Name der Krankheit wichtig, sondern wie sich die Krankheit beim Patienten zeigt. Allgemeinsymptome, Begleitsymptome, Auslöser, frühere Krankheiten, Familienkrankheiten, Impfungen, unterdrückende Behandlungen (z.B. an der Haut), Jahreszeit, alles ist für die Arzneifindung wichtig. Aus Sicht der Homöopathie kann eine Neuralgie nur geheilt werden, wenn die Lebenskraft im Gleichgewicht ist. Diese Lebenskraft, auch Dynamis genannt, hält alle Vorgänge in unserem Organismus im Gleichgewicht. Sobald eine Störung auftritt, ist sie bemüht, diese so schnell wie möglich auszugleichen, indem die Störung von lebenswichtigen Organen ferngehalten wird. Viele Störungen werden daher zuerst auf der Haut sichtbar, die Störung ist fern von den lebenswichtigen Organen. Wird dem Körper dieses Ventil genommen, indem Hautausschläge mit Salben, Bädern, Cortison unterdrückt werden, muss die Lebenskraft eine andere Ebene suchen. In homöopathischen Praxen sieht man, dass nach unterdrückenden Behandlungen, weit schlimmere Krankheiten wie z.B. auch Neuralgien folgen.

Bei einer Konstitutionsbehandlung darf man deshalb erwarten, dass einmal unterdrückte Hautausschläge wieder erscheinen, die Neuralgie aber heilt. Neuralgien sind in der Klassischen Homöopathie wichtige miasmatische Symptome. Unter Miasma (Krankheitsanlagen, Schwächen) ist ein ererbter und erworbener, krankhafter, konstitutioneller Zustand zu verstehen, der durch wiederholte Unterdrückungen vertieft und dauerhaft wird. Er bildet den Boden für viele chronische Krankheiten. Miasmen sagen auch viel über die Prognose der homöopathischen Behandlungen aus.

Eine erfolgreiche Behandlung beinhaltet deshalb auch das Ausschalten ursächlicher Krankheiten (Nasennebenhöhlen, Zahnherde, usw.).  D.h., das homöopathische Arzneimittel muss auch andere organische Belastungen bereinigen.



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