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Polyneuropathie

Polyneuropathie


Unter einer Polyneuropathie versteht man die Schädigung von Nerven in der Peripherie des Körpers. Durch eine mangelhafte Nährstoffversorgung der Nervenzellen werden die energiebedürftigsten Teile der Nerven geschädigt. Die Polyneuropathie entwickelt sich oft über viele Jahre unerkannt.  

  • Periphere PNP, sie betrifft willkürliche Nerven (Nerven, welche unserem Willen unterworfen sind), z.B. Nerven, welche für den Tastsinn, Arm- und Beinbewegungen verantwortlich sind. Die periphere PNP kommt meist bei Diabetes vor.

  • Autonome Polyneuropathie, sie betrifft vegetative Nerven (Nerven welche z.B. den Pulsschlag oder Organfunktionen steuern).

Durch eine Nervenverletzung oder länger dauernde Reize können neuropathische Schmerzen ausgelöst werden. Der betroffene Nerv wird überempfindlich, diese Überempfindlichkeit kann auch auf benachbarte Nerven übergreifen. Sehr viel häufiger sind die erworbenen Polyneuropathien. Sie entstehen durch Diabetes, Vitamin-Mangel, Medikamente, Drogen, Alkohol, Rauchen, Gifte. In Mitteleuropa sind Diabetes und Alkoholmissbrauch die am häufigsten diagnostizierten Auslöser einer Polyneuropathie.  

  • Diabetes (siehe Diabetes)

  • Rauchen und Alkohol

  • Infektionskrankheiten
    Die infektiösen Polyneuropathien können sich als Begleiterscheinung bei den verschiedensten Infektionserkrankungen wie Masern, Herpes, Borreliose und Diphtherie entwickeln. Der Schaden an den Nervenfasern wird dabei entweder direkt durch den Keim verursacht (Lepra, Borreliose, Herpes) oder durch Bakterientoxine (Diphtherie, Tetanus, Botulismus).

  • Autoimmunreaktionen

  • Nierenkrankheiten (wie die chronische Niereninsuffizienz)
    Die harnpflichtigen Substanzen, die sich auf Grund der gestörten Ausscheidungsfunktion der Nieren im Blut anstauenden, schädigen die Nervenfasern. Typisches Symptom sind Gefühlsstörungen an beiden Beinen.

  • Gifte (Toxische Polyneuropathie)
    Blei, Thallium, Arsen, Pestizide, Farben, Lösungsmittel, Zytostatika (Zellgifte in der Krebstherapie), verschiedene Antidepressiva

  • Tumorleiden, Gefässerkrankungen, AIDS, usw.

  • Guillain-Barre-Strohl-Syndrom (entzündlich bedingte Polyneuropathie) mit rasch aufsteigenden Lähmungen und Gefühlsstörungen).

  • Hirnnervenneuritis (entzündliche Nervenerkrankung im Gesicht im Zusammenhang mit dem Guillain-Barre-Syndrom; mit Augenmuskel- sowie Koordinationsstörungen.

  • Vitamin B12- und Folsäure-Mangel

Symptome

  • Die ersten wahrnehmbaren Symptome zeigen sich meist als Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Unterschenkeln. Es können auch örtliche Überempfindlichkeiten auftreten, die Bettdecke wird z.B. nicht mehr vertragen.

  • Schwellungsgefühl (wie im Schraubstock)

  • Durchblutungsstörungen mit Kälte- oder Hitzegefühl in Händen oder Füssen (subjektive Wahrnehmung).

  • Brennende und stechende Schmerzen, vor allem in Ruhe oder nachts. Das Brennen wird typischerweise erträglicher, wenn sich der Patient bewegt oder seine Füsse abkühlt (indem er sie z.B. unter der Bettdecke hervorstreckt).

  • Krämpfe, Muskelschwäche, müde Beine

  • Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine Gangunsicherheit. Der Patient hat das Gefühl, er gehe auf Watte.Er kann nicht mehr empfinden, wie er wo auftritt. Da gerade die Nervenleitung der Beine für das Gleichgewichtszentrum im Kleinhirn wichtig ist, führt dies zu Gleichgewichtsstörungen. Die Patienten schlagen sich die Füsse an Kanten und Ecken wund oder fallen auch öfters hin.

  • Im fortgeschrittenen Stadium einer Polyneuropathie werden Schmerzen immer weniger wahrgenommen. Verletzungen jeglicher Art werden nicht mehr bemerkt (z.B. beim Schneiden der Zehennägel).

  • Lähmungen

  • Hautverfärbungen

  • Die Heilungsmöglichkeiten sind wegen der schlechteren Stoffwechselsituation (Gefässschäden) im betroffenen Gebiet herabgesetzt.

  • Wundinfektionen (Bakterien, Pilze)
    Wenn diese nicht in den Griff bekommen werden, steigt die Gefahr für Amputationen

  • Autonome PNP: Erhöhter Puls, keine Pulserhöhung bei Belastung, Blutruckabfall und Schwindel beim Aufstehen, Übelkeit, Durchfall, Völlegefühl, Schweissausbrüche und Unruhe (wie bei einer Unterzuckerung), unkontrollierter Harnabgang, Blasenfüllung wird nicht mehr gespürt, Potenzstörungen, Pupillenerweiterung, verminderte Schweissbildung


Schulmedizinische Behandlung


Unter den Neurologen herrscht die Meinung vor, dass es keine wirkliche Therapie gibt, um den Krankheitsprozess rückgängig zu machen oder aufzuhalten. Man beschränkt sich darauf, den Zuckerspiegel zu regulieren und mit der Verabreichung von Vitaminen, Schmerzmitteln und Psychopharmaka Linderung zu verschaffen. Bei immunbedingten Polyneuropathien (Guillain-Barré-Syndrom; rheumatischen Arthritis) kommen in erster Linie immununterdrückende Therapieformen mit Cortison oder anderen Substanzen in Betracht.

  • Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettkontrollen (Cholesterin) und Einstellung

  • Schmerzlinderung
    Gegen die brennenden Schmerzen werden verschiedene Schmerzmittel eingesetzt, mit zum Teil erheblichen Nebenwirkungen, paradoxerweise verschlimmern sich die Schmerzen manchmal dadurch. Antiepileptika (Medikamente gegen Epilepsie) wirken hier eigentlich am Besten.

  • Antidepressiva und Neuroleptika (Mittel zur Behandlung der Psyche, aber auch bei Schmerzen)

  • Entkrampfende Arzneimittel

  • Physiotherapie (Bewegungsübungen)

  • TENS (Elektrostimulation, Transkutane Nervenstimulation)

  • Orthopädischem Schuhwerk (um Druckschäden zu vermeiden und dem Fuss einen sicheren Halt zu geben)

  • Ursachenbeseitigung: Alkoholentzug, strenge Blutzuckerkontrolle bei Diabetes


Tipps aus der Naturheilkunde


Die Mehrheit der Diabetiker könnte durch angepasste Diät und Bewegung die Krankheit weitgehend selbst in den Griff bekommen. Isolierte Kohlehydrate (v.a. Zucker) schaden. Beim Abbau von Kohlehydraten entsteht ein saures Milieu. Auch Fleisch, v.a. Schweinefleisch trägt zur Übersäuerung bei. Das saure Milieu bewirkt eine Reaktionsstarre im Organismus, das bedeutet, der Stoffwechsel und auch die Ausscheidung von Schadstoffen funktioniert nicht mehr richtig. Es gilt den Organismus zu "alkalisieren". Am besten geht dies mit einer vegetarischen Ernährung.  

  • Ernährungsumstellung (besonders wichtig bei bestehendem Diabetes)
    Vollwertkost, Gemüse wirkt basisch Zucker meiden, Kohlenhydrate und Schweinefleisch einschränken. Beim Abbau von Kohlehydraten und tierischem Eiweiss entsteht ein saures Milieu. Das saure Milieu bewirkt, dass die Ausscheidung von Schadstoffen aus den Zellen nicht mehr richtig funktioniert.

  • Entschlackung des Bindegewebes mit Basensalzen (innerlich oder in Form von Bädern)

  • Kneippen, kalte Wickel (Durchblutungsförderung).

  • Vitamin-B-Präparate, Vitamin C, Vitamin E, Zink und Magnesium


Behandlung Klassische Homöopathie


Oft gehen die Betroffenen jedoch sehr spät zum Homöopathen.

In erster Linie sollte hier die Ursache behandelt werden.

Einerseits wird eine Konstitutionstherapie gemacht, andererseits erfordern Infektionen oder Wundheilungsstörungen auch eine akute Behandlung.

Hier stehen sehr viele homöopathische Arzneimittel zur Verfügung.

Siehe Diabetes



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