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Reisekrankheit

Reisekrankheit


Unter "Reisekrankheit" versteht man Beschwerden, welche im Zusammenhang mit Fortbewegung (Auto, Bus, Schiff, Zug) entstehen. Die Intensität der Symptome ist bei den Betroffenen ebenso verschieden wie auch die Auswirkungen (Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit). Die Reisekrankheit kann jeden treffen, in etwa 90 Prozent der Fälle verschwinden die Symptome nach zwei bis drei Tagen.
Besonders häufig tritt Reise- bzw. Seekrankheit in geschlossenen Kabinen auf. Die Seekrankheit ist die bekannteste Form der Reisekrankheit.

Reiseübelkeit wird meist intensiviert durch Fixierung der Sicht auf Objekte (z.B. Lesen, Flugzeugflügel), die sich mit dem Fahrzeug bewegen. Auch das Sitzen gegen die Fahrtrichtung kann die Reisekrankheit auslösen. Besonders häufig treten die Beschwerden bei ängstlichen Menschen in Erscheinung (Erwartungsspannung), auch Migräne-Patienten sind anfälliger. Frauen sind häufiger betroffen als Männer (hormonelle Einflüsse zu Beginn der Menstruation, Schwangerschaft).

Ursachen

  • Auslöser sind Bewegungsreize, welche im Gleichgewichtsapparat (Innenohr)  falsch interpretiert werden. Das Innenohr signalisiert Bewegung, während der Bewegungsapparat, die Augen oder der Tastsinn Stillstand vermelden. Es kommt zu einer Verarbeitungsstörung im Gehirn.

  • Psychosomatische Gründe

  • Kreislaufprobleme, Schwangerschaft

  • Umweltbedingungen wie Hitze, schlechte Luft, usw.

Symptome

  • Ekel gegenüber Speisen, Gerüchen.

  • Appetitlosigkeit

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • Zwanghaftes Schlucken.

  • Speichelbildung

  • Schweissausbruch

  • Schwindel

  • Kopfschmerzen

  • Müdigkeit, zwanghaftes Gähnen.

  • Geistige Leere, Antriebslosigkeit.

  • Hyperventilation

  • Herzklopfen

  • Pulsanstieg

  • Koordinationsstörungen

  • Brustbeklemmung, Kreislaufkollaps

Stress und Nervosität verstärken diese Beschwerden. Wer Angst vor der Reisekrankheit hat, bekommt sie eher, und wenn einer in einer Reisegruppe davon betroffen ist, folgen andere nach.

Vorbeugung

  • Verzicht auf Alkohol und schweres Essen, vor und während der Reise. 

  • Begeben Sie sich ausgeruht auf die Reise.

  • Überlisten Sie den Organismus, Das einfachste Mittel gegen die Reisekrankheit ist, über Nacht zu fahren. Während des Schlafes ist das Gleichgewichtssystem gedämpft, und die Reisekrankheit tritt in der Regel nicht auf. 

  • In der Fahrtrichtung sitzen und nach vorne schauen.

  • Während der Auto-, Bus-, Zugfahrt nicht lesen. Aus dem Fenster schauen, das Hirn nimmt die Bewegung, bzw. die Beschleunigung besser wahr.

  • Auf Schiffsreisen ist es besser, sich in der Mitte des Schiffes aufhalten (der Seegang wird da weniger wahrgenommen). Hinlegen sollte man sich nur, wenn es einem wirklich sehr schlecht geht. Darauf achten, dass man nicht Motor-Abgase einatmet.

  • Bei Flügen ein Platz am Mittelgang im vorderen Bereich des Flugzeugs wählen. Wenn es möglich oft aufstehen und hin und her gehen.

  • Pfefferminz-Tee trinken, man kann auch immer wieder an etwas Pfefferminzöl riechen (nicht währendhomöopathischer Behandlung).

  • Carmol-Tropfen (nicht anwenden während homöopathischer Behandlung, sie enthalten Pfefferminze)

  • 2- 3 Tage vor der Reise (Seereise) Vitamin B 6 (setzt die Erregbarkeit der motorischen und vegetativen Nerven herab), 2 x 40 mg tägl.

  • Essen von Petersilie vor Reiseantritt, z.B. mit Kartoffeln, Petersilie ist magenberuhigend.

  • Kaubewegungen mildern die Überreaktion des Magens: Nicht nur Kaugummi oder Äpfel, sondern auch Möhren sind besonders wirkungsvoll.


Schulmedizinische Behandlung


Es stehen verschiedene Medikamente zur Verhinderung und zur Linderung von Reisebeschwerden zur Verfügung (Kaugummis, Tabletten oder Zäpfchen).

Gewisse Medikamente wirken dämpfend, die Fahrtüchtigkeit kann dadurch eingeschränkt sein.


Tipps aus der Naturheilkunde


  • Notfalltropfen Bachblüten

  • Melissentee, Schwarztee oder Kamillentee haben eine beruhigende Wirkung auf den Magen (Kamille nicht während einer homöopathischer Behandlung)

  • Schluckweise heisse Bouillon trinken

  • Ingwerbonbons oder Ingwer-Tee (wirken gegen den Brechreiz)


Behandlung Klassische Homöopathie


Sollten Übelkeit und andere Reisebeschwerden bei Ihnen immer stärker auftauchen, und damit auch belastend, einschränkend in Ihrem Reiseverhalten werden, empfehle ich Ihnen eine homöopathische Konstitutionsbehandlung. Durch eine Basisbehandlung kann man den Körper meist soweit stabilisieren, dass es gar nicht erst zu solchen Überreaktionen kommt. Das heisst, homöopathische Akutmittel sollten, dann nicht nötig sein, weil die Übelkeit nicht mehr oder nicht mehr so schlimm auftritt.

Sollten sie sich in homöopathischer Konstitutionsbehandlung befinden, dann nehmen sie auf keinen Fall ohne das Einverständnis ihres behandelnden Homöopathen, ein anderes homöopathisches Arzneimittel ein. Der Heilungsverlauf kann dadurch gestört werden.

Reisebeschwerden werden sehr oft akut behandelt. Am einfachsten nehmen Sie vor der nächsten Reise mit mir Kontakt auf, und wir schauen dann anhand der Symptome und Krankengeschichte, welches homöopathische Arzneimittel für Sie in Frage kommt. Das Arzneimittel wird dann bei Bedarf kurz vor der Reise oder bei Beschwerden eingenommen.

Selbstbehandlung

Wenn Sie bereits Erfahrung im Umgang mit einer homöopathischen Hausapotheke haben, können Sie die Wahl auf der Reise selber treffen. Homöopathische Arzneimittel haben den Vorteil, dass sie richtig angewendet, keine Nebenwirkungen haben. Sind Sie unsicher, dann berate ich meine Patienten gerne bei der Wahl des richtigen Arzneimittels.


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