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Trigeminusneuralgie

Trigeminusneuralgie (Neuralgie)


Siehe auch: Neuralgie

Es handelt sich um eine Schädigung oder Beeinflussung des fünften Hirnnerven (Nervus trigeminus). Wird der Nerv in seinem Verlauf gedrückt und geschädigt, kommt es zu spontanen Entladungen des Nervs und somit zu heftigen einseitigen Gesichtsschmerzen (vorwiegend in Ober- und Unterkiefer, Nase, Wangen und Kinn, seltener an der Stirn). Es können bis zu 100 Attacken pro Tag auftreten. Der Schmerz wird wie ist ein Blitz empfunden. Die Dauer der einzelnen Schmerzepisode ist sehr kurz und beträgt oft nur Sekunden, gelegentlich bis zu zwei Minuten. Zwischen den einzelnen Schmerzepisoden besteht meist Schmerzfreiheit. Da die Anfälle schon bei kleinsten Bewegungen oder Berührungen ausgelöst werden können, beeinträchtigt eine Trigeminusneuralgie die Betroffenen äusserst schwer. Wenn die Schmerzen schier unerträglich empfunden werden, kann es zu Depressionen, Angstzuständen und sogar zu Suizidgedanken kommen.

Bei der Hälfte aller Patienten mit Trigeminusneuralgie treten Phasen völliger Schmerzfreiheit auf. Sie können länger als sechs Monate, bei ca. 20 Prozent der Betroffen auch länger als ein Jahr andauern (ohne Medikamente).

Ursachen

Neuralgien entstehen durch die Schädigung von Nerven. Hinter einer echten Trigeminusneuralgie verbergen sich meist schwerwiegende Erkrankungen wie Infektionskrankheiten, Virenbefall, Diabetes, Gicht, Zahn-, Nasen-, Ohren- und Nebenhöhlenerkrankungen sowie Tumore.

  • Druck (Blutgefässe, die auf den Nerven drücken). Es handelt sich meist um Schlagadern (Arterien), die etwa im Rahmen einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose).

  • Entzündungen (Herpes zoster, Multiple Sklerose, Tumore, Durchblutungsstörungen)

  • Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes mellitus)

  • Kopfverletzungen, Gesichtsverletzungen

  • Zähne (Zahnherd; Zahnextraktion)

  • Nebenhöhlen

  • Der Schmerz wird auch durch äussere Faktoren wie Durchzug, kalter Wind, Kauen, Zähneputzen, Waschen des Gesichtes mit kaltem Wasser verursacht.

Symptome

Die Schmerzen bei Trigeminusneuralgie zählen zu den stärksten Schmerzen überhaupt.

  • Stets findet man im Gebiet des erkrankten Nervs eine Hyperästhesie (Überempfindlichkeit auf Berührung), mit Hitze und Rötung des Gesichts sowie vermehrter Tränen- und Speichelfluss.

  • Blitzartig, einseitige, einschiessende, sehr kurz dauernde (Sekundenbruchteile bis höchstens zwei Minuten) Schmerzen, die sich häufig und rasch wiederholen können, aber von schmerzfreien Intervallen unterbrochen werden. Die Schmerzen werden als "blitzartig aus heiterem Himmel einschiessend, stromstossartig" beschrieben.

  • Die Schmerzen werden durch Berührung der Wange, der Stirn, Kauen, Sprechen, Schlucken, Lachen, Niesen, Husten, Gähnen, Zähneputzen, kalten Luftzug, Waschen, ausgelöst. Zwischen den einzelnen Attacken herrscht meist völlige Schmerzfreiheit. Nach Attackenserien kann allerdings ein Basisschmerz bestehen bleiben.

  • Die Schmerzen treten vorwiegend tagsüber auf.

  • Manchmal werden die Schmerzen von einem krampfartigen Zusammenziehen der Gesichtsmuskulatur begleitet (Tic).

  • Die Lebensqualität der Betroffenen ist durch die Schmerzen oft sehr stark beeinträchtigt. Treten die Schmerzanfälle sehr häufig auf, kann es dazu kommen, dass die Betroffenen an Gewicht verlieren, weil sie nicht mehr richtig essen können. Die Schmerzintensität und die Begleiterscheinungen führen manchmal dazu, dass die Betroffenen zusätzlich eine schwere Depression entwickeln.

  • Wenn die Krankheit lange Zeit besteht, kann zusätzlich zwischen den einzelnen Schmerzepisoden ein Dauerschmerz oder ein Sensibilitätsverlust in der betroffenen Gesichtsregion auftreten.

Diagnose

Fast immer ist die Trigeminusneuralgie einseitig. Die Trigeminusneuralgie-Attacken neigen dazu, in Anhäufung während Wochen oder Monaten aufzutreten, gefolgt von spontanen Remissionen unterschiedlicher Dauer.

Nicht selten wird die Trigeminusneuralgie mit anderen Gesichtsschmerzen verwechselt. 

  • Wichtig ist bei der Trigeminusneuralgie die Unterscheidung vom idiopathischen Gesichtsschmerz  und der Neuralgie nach Herpes.

  • Cluster-Kopfschmerz, er tritt häufig nachts auf. Die Schmerzen und sind lokal auf das Auge begrenzt (während die Schmerzen der Trigeminusneuralgie die gesamte Stirn und das Auge betreffen).

Bei einer atypischen Trigeminus-Neuralgie, d.h. Dauerbeschwerden und länger anhaltende Schmerzen liegen die Ursachen woanders:

Erkrankungen von Augen, Nasennebenhöhlen und Zähnen müssen ausgeschlossen werden

  • Irritationen oder Entzündungen eines Zahnes

  • Reizungen eines Zahnes durch Eingliederung von Kronen / Brücken

  • Chronische oder subakute Entzündungen im Kiefer, z.B. nach schwierigen Operationen oder schlecht geheilten Wunden; arthritische Erkrankungen des Kiefergelenks

  • Muskuläre Verspannungen der Halsmuskulatur können ebenfalls zu Gesichtsschmerzen führen.

  • Hohe Spannungen im Mund durch verschiedene Metalle, besonders wenn Amalgam und hochwertiges Gold zusammen im Mund vorkommen

  • Falscher Zusammenbiss der Zahnreihen

  • Multiple Sklerose

  • Neurinome (gutartige Nerventumore; bösartige Metastasen anderer Tumore; Angiome (Gefässfehlbildungen). Um Tumoren auszuschliessen, wird eine Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) durchgeführt.


Schulmedizinische Behandlung


Schmerzmittel sind als Therapie einer Trigeminusneuralgie meist wirkungslos, da die in der Regel oral eingenommenen Schmerzmittel mindestens 30 Minuten bis zum Wirkungseintritt benötigen, die Schmerzattacken dann aber oft schon vorüber sind. Hauptziel einer medikamentösen Therapie ist daher, den Trigeminusneuralgie-Attacken durch Behandlung vorzubeugen.

  • Bei Neuralgien mit einschiessenden Schmerzen wirken eher Antikonvulsiva oder Opiate, bei Dauerschmerzen eher Antiphlogistika, Antidepressiva oder Opiate.

  • Leitungsanästhesie, TENS

  • Bestrahlung

  • Neurochirurgie zur Druckentlastung. Nebenwirkungen: Gesichtsmuskellähmung, Hörverlust, usw.

  • Operation:

    Thermokoagulation (Durchtrennung von Nervenbahnen). Nebenwirkungen: Erneute Schmerzen, Gefühlsstörungen

    Mikrovaskuläre Dekompression (hinter dem Ohr die Wurzel des Trigeminusnervs freigelegt und ein kleines Kunststoffpolster zwischen die Nervenwurzel und die Blutgefässe, die den Trigeminusnerv reizen gelegt). In bis zu drei Prozent der Fälle kann es zu einseitigem Hörverlust sowie Blutungen und einer Schwellung des Kleinhirns kommen.


Tipps aus der Naturheilkunde


  • Johanniskraut-Öl Einreibung  

  • Kamillen-Tee-Umschlag


Behandlung Klassische Homöopathie


Siehe auch: Neuralgie

Ohne Behandlung ist ihre Lebensqualität meist sehr stark eingeschränkt. In der Regel schreitet die Erkrankung fort. Eine Neuralgie kann sowohl akut, wie auch chronisch behandelt werden (auch wenn die Neuralgie schon Jahre besteht).

Anders als in der Schulmedizin werden die Symptome jedoch individualisiert. Unter anderem wird auch geschaut, ob unterdrückende Behandlungen zur Neuralgie geführt haben. Eine wesentliche Rolle spielt hier unter anderem auch die Miasmatik.

Die Klassische Homöopathie hat viele sehr wirksame Heilmittel zur Behandlung der Neuralgie.



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