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Warzen

Warzen


Warzen sind gutartige Hautwucherungen, sie können in seltenen Fällen jedoch auch entarten. Ausser bei den Alterswarzen werden Warzen durch Papilloma-Viren verursacht . Diese Viren leben in der Haut, sie sind dort vor unserem Immunsystem geschützt. Über kleine Hautverletzungen gelangen die Viren in den Körper. Eine Ausbreitung auf andere Körperstellen ist durch Kratzen oder sonstiges Manipulieren an der Warze möglich. Warzen verschwinden meist von alleine wieder. Sie können aber auch Jahre bestehen bleiben oder immer wieder wiederkehren. Häufig betroffen sind Kinder und Jugendliche.

Von den ansteckenden Human-Papilloma Viren sind bereits 80 verschiedene Untertypen bekannt. Nach der Infektion dauert es Wochen bis Monate, bis sich die Warzen bilden. Die Entstehung von Warzen wird auch durch psychische Belastungen und durch den Hautzustand begünstigt (schlecht durchblutete oder feuchte Hände und Füsse, dünne, trockene Haut oder Hautkrankheiten wie Neurodermitis).

Es gibt verschiedene Warzenarten

Die verschiedenen Warzen unterscheiden sich in der Art des Aussehens (Farbe, Form, Grösse) und vom Ort des Auftretens. Gewöhnliche Warzen und Dornwarzen (Plantarwarzen) sind runde oder unregelmässig begrenzte Warzen von grau-schwarzer bis gelb-schwarzer Farbe. Sie kommen v.a. an Fingern, Handflächen und Fusssohlen vor. Mitunter können sie mit Schwielen oder Hühneraugen verwechselt werden. Bei den Dornwarzen (Plantarwarzen) kommt es zur Ausbildung eines in den Fuss gerichteten Dorns, der beim Gehen erhebliche Schmerzen verursachen kann. Unbehandelt können diese Warzen über Monate bis Jahre bestehen.

  • Gewöhnliche Warze (vulgäre Warzen / Stachelwarzen), Aussehen: Flach oder kugelig, fleischfarben bis braun gefärbt. Sie sind stark verhornt und zerklüftet und können die Grösse einer Erbse erreichen. Sie entstehen häufig beetartig an den betroffenen Stellen. Sie kommen besonders an Händen, Fingern, Handrücken,Gesicht, Kinn, Augenlidern vor.

  • Dornwarze (Plantarwarze). Dornwarzen kommen oft an den Fusssohlen vor. Durch Druck des Körpergewichtes verursachen sie stechende Schmerzen beim Gehen.

  • Flachwarze (jugendliche Warze). Flachwarzen kommen häufig bei Kindern und Jugendlichen vor. Betroffene Körperstellen sind v.a. Hände und Gesicht, Hals. Aussehen: Flach, stecknadelgross, hautfarben, hellbraun, mit rötlicher Umrandung. Sie können Jucken.

  • Dellwarze (Molluske; Schwimmbadwarze). Dellwarzen werden durch einen Virus aus der Familie der Pockenviren verursacht und treten besonders an Gesicht (Lidern), Armen, Beinen, Genitalregion sowie Rumpf auf. Betroffen sind mehrheitlich Kinder und Jugendliche mit geschwächtem Immunsystem (Neurodermitis, Stress, Allergien, usw.). Erwachsene leiden häufiger unter anderen Warzen. Aussehen: Kleine bis erbsengrosse Knötchen, hellrot oder hautfarben. In der Mitte sind sie eingedellt, sie sind häufig in Gruppen angeordnet. Die Übertragung erfolgt über Schmierinfektion (Kontaktinfektion), d.h. direkte Berührung und indirekte Berührung, z.B. durch mit erregerbesetzten Gegenständen, z.B. Handtücher, Hallenbad. Der Zeitraum bis zum Ausbruch kann Monate betragen. Dellwarzen sind in der Regel schmerzlos. Dellwarzen bilden sich häufig spontan zurück. Beim Ausdrücken der Warze tritt ein weisslicher, Brei aus. Werden Dellwarzen aufgekratzt, können sie sich mit Bakterien infizieren, sie werden dann rot, schmerzhaft, jucken.

  • Feigwarze(Feuchtwarze, Kondylom, Genitalwarze). Sie werden durch das humane Papillomvirus per Kontaktinfektion beziehungsweise Schmierinfektion beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Ihr Aussehen ist sehr verschieden, sie sind nicht schmerzhaft. Sie entwickeln sich auch besonders leicht bei Scheidenentzündungen, Harnröhrenentzündungen, Vorhautverengung, Darmentzündungen oder Wurmbefall. Die kleinen, weichen, rosafarbenen Warzen blühen mit der Zeit zu blumenkohlartige Wucherungen auf. Feigwarzen stehen im Verdacht, an der Auslösung bestimmter Krebsarten beteiligt zu sein. Feigwarzen sind in den meistens schmerzfrei, sie verursachen in einigen Fällen lediglich einen leichten Juckreiz.

  • Pinselwarze. Pinselwarzen sind fadenförmige Wucherungen, sie treten besonders im Gesicht oder am Hals auf.

  • Alterswarze (Fettwarze, Verrucae seborrhoicae). Rundliche oder ovale, hellbraun bis braunschwarze, linsen- bis bohnengrosse, meistens in grosser Zahl auftretende Neubildungen, ab dem 50. Lebensjahr. Sie kommen im Gesicht und am Rumpf vor. Sie werden nicht durch Viren verursacht. Sie sind nicht ansteckend. Sie sind meistens harmlos, manchmal etwas juckend. Die gutartigen Alterswarzen können leicht mit dem schwarzen Hautkrebs (Melanom) verwechselt werden, weshalb ein Besuch beim Hautarzt zu empfehlen ist.


Behandlung Schulmedizin


Hier werden die Warzen rausgeschnitten, eingeweicht, abgeschabt, ausgedrückt, vereist, mit Laser behandelt oder mit Hitze koaguliert.


Tipps bei Warzen


  • Haut nach dem Schwimmen gut abtrocknen (z.B. zwischen den Zehen). Warzenviren bevorzugen eine feuchte Umgebung. Durch das Baden ist die Haut zudem aufgeweicht.

  • In Hallenbädern, Freibädern, Hotelzimmer, Sauna sollten Badeschuhe getragen werden.

  • Feigwarzen werden durch Geschlechtsverkehr übertragen, ein Kondom schützt vor Ansteckung.

  • Vermeiden Sie das Herumspielen, Aufkratzen der Warzen. Gerade Dellwarzen sind hochinfektiös, waschen Sie sich nach Kontakt mit Warzen gründlich die Hände.

  • Ist Ihr Kind erkrankt, sollte es ein eigenes Handtuch verwenden (Waschen bei mindestens 60 C).

  • Vermeiden sie jegliche Operationen, Wegschneiden, Wegätzen (siehe unten unter Klassischer Homöopathie).


Tipps aus der Naturheilkunde


Warzen können sich also auch nach einigen Monaten ohne jede Behandlung von selbst zurückbilden, wenn es der Immunabwehr des Körpers gelingt, die verursachenden Viren abzutöten. Die Warzen trocknen dann aus, und die Hornbedeckung schleift sich ab. Nach Abheilung ist jedoch die Rezidivrate (Wiederkehrrate) von Warzen sehr hoch.

Es sind verschiedene Tipps im Umlauf: z.B. Eigenurintherapie (Warze damit betupfen), Knoblauchscheibe auflegen, Schöllkrautsaft auftupfen, Zitronensaft, usw. In wieweit dies funktioniert, ich habe keine Erfahrungen damit gesammelt, da ich ausschliesslich homöopathisch arbeite. Da aber eine Schwäche des Immunsystems vorliegt, sind solche Aktionen wohl nur für kurze Zeit erfolgreich.


Behandlung Klassische Homöopathie


Viele Warzen verschwinden von alleine, es lohnt sich meist, einfach abzuwarten. Sind die Warzen in der "Überzahl", bereiten sie beim Gehen Beschwerden, ist eine homöopathische Behandlung jedoch angebracht. Gerade Kinder sprechen sehr gut auf eine homöopathische Behandlung an.

Damit Warzen überhaupt entstehen können, braucht es eine Bereitschaft Warzen zu entwickeln. Die seelische Verfassung und äussere Einflüsse wie Chlor, Impfungen (Allergisierung) spielen ebenfalls eine grosse Rolle. Warzen werden heute in der Schulmedizin immer noch als ein lokales Übel angesehen und leichtfertig entfernt. Aus der Sicht der klassischen Homöopathie richtet man mit der Unterdrückung (Wegschneiden, Verätzen, usw.) von Warzen weit mehr Schaden an, als wenn man die Warzen einfach an ihrem Ort belassen würde. Das Gleichgewicht der Lebenskraft geht dadurch verloren und es kommt zu gefährlichen Miasmenkombinationen.

  • Warzen sind in der Homöopathie ein wichtiger Wegweiser. Je nach Ort, Aussehen, Beschwerden, usw. werden sie zur Wahl eines Konstitutionsmittels beigezogen, z.B. bei einer Behandlung von Asthma.

  • Kinder setzen sich in ihren Wachstumsphasen mit Warzenviren auseinander, dabei wird das Immunsystem geschult. Im Alter von 7-10 Jahren treten Warzen bei Kindern am häufigsten auf.

  • Warzen können auch Ausdruck einer miasmatischen Reaktion sein indem sich die Lebenskraft über eine Hautreaktion gewissermassen entlastet. So beobachten wir in homöopathischen Praxen oft, dass bei Allergikern Warzen auftauchen, wenn z.B. ein Heuschnupfen mit unterdrückenden Medikamenten behandelt wird. Werden diese Warzen behandelt, verschlimmert sich der Heuschnupfen, es kommt zu einem sogenannten Etagenwechsel, es tritt Asthma auf. Entscheidet sich der Patient für eine homöopathische Behandlung seines Asthmas, tauchen meist auch wieder jene Warzen auf, welche schon mal "weggemacht" wurden.

Die Homöopathie hat den Vorteil, dass nicht lokal behandelt wird, sondern der Warze der Boden entzogen wird. Zwar stehen hier lokale Urtinkturen oder Arzneimittel zur Verfügung, eine lokale Behandlung sollte aber nur in Frage kommen, wenn keine Unterdrückung zu befürchten ist. Besser ist es konstitutionell vorzugehen, d.h. ein Arzneimittel zu bestimmen, welches gesamthaft zum Krankheitszustand passt. Da Warzen immer ein Zeichen eines geschwächten Immunsystems sind, sollten sie nicht lokal behandelt werden. In verschiedenen Ratgebern wird die Behandlung mit einer homöopathischen Thuja-Lösung empfohlen. Hier gilt aber: Nur wenn die individuellen Symptome auf Thuja passen, wird Thuja verschrieben. Schulmedizinischen Massnahmen, Lokalbehandlungen mit Haus- und Geheimmitteln sind aus homöopathischer Sicht abzulehnen. Die Warzen erscheinen wieder, manche Prozeduren sind zudem schmerzhaft (und daher für Kinder nicht geeignet), sie führen manchmal auch zu Narben.

Durch eine Konstitutionsbehandlung wird die Lebenskraft gestärkt und somit das Immunsystem aktiviert. Im Laufe der Behandlung verschwinden dann auch die Warzen. Wann dies aber sein wird, ist bei jedem Patienten anders. Manchmal erscheinen auch noch zusätzliche Warzen, dafür bessert sich aber die bestehende Neurodermitis, das Asthma oder das Kind macht einen Entwicklungsschritt in der geistigen Entwicklung.

Im Laufe einer homöopathischen Behandlung können sich Warzen entzünden, zu bluten beginnen, auch etwas schmerzen. Hier sollte nichts unternommen werden, ausser dass eine Infektion vermieden werden sollte. Der Körper stösst die Warze ab, jedes Einschreiten wirkt hier nur störend.

 

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