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Wochenbett Kreuzschmerzen

Wochenbett Kreuzschmerzen


siehe auch: Kindbettfieber (in Vorbereitung), Wundheilungsstörungen (in Vorbereitung)


Die Schmerzen können unterschiedlich stark sein und verschiedene Ursachen haben.

  • Hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft führen zu einer stärkeren Durchblutung sowie Lockerung der Gelenke, Bänder und Muskeln im Becken.

  • Durch das Wachstum der Gebärmutter dehnen sich auch die Mutterbänder stark aus. Die Mutterbänder verlaufen von der Gebärmutter (Uterus) beidseits zur Beckenwand. Sie halten den Uterus in einer aufrechten stabilen Lage. Nach der Geburt kann es vorkommen, dass sich die Bänder wie auch der Uterus ungenügend auf die ursprüngliche Grösse zusammenziehen. Es kommt dabei zu einer Verlagerung der Gebärmutter nach hinten Richtung Kreuzbein (Uterus-retroflexio).

  • Nach PDA (Peridural/Epidural-Anaesthesie)

Klagt die Frau über Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Rückgang des Wochenfluss, sind dies Hinweise für einen Blutstau. Die Gefahr besteht darin, dass dabei Keime aufsteigen und eine Entzündung im umgebenden Gewebe auslösen. Es kann so zu einem Wochenbettfieber kommen.

Symptome des Kindbett- oder Wochenbettfiebers (Endometritis puerperalis)

Nach der Geburt beginnt der Wochenfluss (Lochien), er dauert 5-6 Wochen. Nach Ablösung der Plazenta (Nachgeburt) entsteht eine Wunde in der Gebärmutterwand. Anfangs blutet es bei jeder Bewegung schwallartig aus der Scheide, später aber verringert sich die Menge, bis letztlich die Blutung versiegt.

Die so genannten Lochiensekrete sind reich an Abwehrzellen (weissen Blutkörperchen), welche prophylaktisch gegen Scheideninfekte wirken. Wenn sich aber der Muttermund im Wochenbett verschliesst, sei es durch Blutkoagel oder andere Einflüsse, können die reinigenden und immunisierenden Wundsekrete nicht mehr abfliessen und sammeln sich in der Gebärmutterhöhle an. Durch den Stau besteht die Gefahr einer Endometritis bzw. Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, die sich – meist innert weniger Tage nach der Geburt – mit hohem Fieber samt Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen bemerkbar macht. Die Patientin muss unbedingt ärztlich behandelt werden, damit das Risiko eines Kindbettfiebers (Puerperalsepsis) gebannt werden kann.

  • Die Gebärmutter bildet sich verzögert zurück

  • Erhöhte Temperatur oder Fieber

  • Druckschmerzen im Unterbauch

  • Der Wochenfluss riecht übel

  • Kopfschmerzen

  • Evtl. setzen Blutungen ein. Hier muss ein Unterschied zur normalen Blutung gemacht werden. Die normale Blutung ist geruchlos und nicht mit Fieber, Temperatur und Kopfschmerzen verbunden.

Achtung: Dies ist ein Notfall. Frauen, die sich nicht homöopathisch behandeln lassen wollen und bereits aus der Klinik entlassen sind, sollten umgehend Ihre Hebamme oder  ihren behandelnden Gynäkologen benachrichtigen. Falls keine Blutung einsetzt und das Fieber weiter besteht, muss die Frau evtl. hospitalisiert werden.
Wünscht die Frau eine homöopathische Behandlung, so erfolgt diese unter engmaschiger Betreuung und evtl. in Zusammenarbeit mit der zuständigen Hebamme.


Tipps


  • Vermeiden Sie ein zu frühes und zu langes Aufstehen nach der Geburt. Sie verhindern dadurch einen Blutstau, weil die Gebärmutter (Uterus) nicht im Bereich des Gebärmutterhalses abknickt und ins kleine Becken rutscht.

  • So viel wie möglich in den Vierfüsslerstand gehen oder Bauchlage einnehmen.

  • Stillen Sie nicht im Schneidersitz.

  • Steigen Sie über den Vierfüsslerstand rückwärts aus dem Bett. Oder behalten sie die Beine dicht beieinander wenn Sie über die Seite das Bett verlassen.

  • Beim Stehen, z.B. beim Wickeln, nicht breitbeinig stehen, besser ist es die Füsse zu kreuzen oder in eine leichte Schrittstellung zu gehen. 

  • Stillen Sie das Kind in kurzen Abständen damit die Rückbildung der Gebärmutter gefördert wird.

  • Heben Sie Gegenstände oder das ältere Geschwister mit aufrechtem Rücken hoch, versuchen Sie dabei den Beckenboden anzuspannen. Liegt das Baby im Tragtuch, sollte es vor der Brust liegen, das Gewicht dicht am Körper halten. Schwere Gegenstände sich von anderen Personen abnehmen lassen.

  • Wärmeanwendungen im Kreuzbereich

  • Sorgen Sie für einen guten Stuhlgang, spätestens nach 3 Tagen sollte dieser wieder in Gang gekommen sein.
    siehe auch: Verstopfung (0bstipation)


Tipps aus der Naturheilkunde bei Kreuzschmerzen und Blutstau


  • Arnikasalbe oder Johannisöl einreiben

  • Warme Wickel (Heublumen, Melisse, Rosmarin, Salzwasser, Kartoffeln); warme Bettflasche

  • Rotlicht im Kreuzbein-/Lendenwirbelsäulen-Bereich

  • Massagen im Kreuzbein-/Lendenwirbelsäulen-Bereich

  • Warme Fussbäder

  • Schafgarben-Tee (Nachblutungen)

  • Hirtentäschchen-Tee (Lochienstau)

  • Sorgen Sie für einen guten Stuhlgang, spätestens nach drei Tagen nach der Geburt, sollte der Darm sich wieder normal entleeren. Trinken sie viel (stilles Mineralwasser, verdünnte Fruchtsäfte, Kräutertee) und nehmen sie vorwiegend pflanzliche Kost zu sich. 

  • Zur Wundheilung können Sie Sitzbäder mit Ringelblume oder Kamillenblüten machen (1 EL auf 1 l heisses Wasser; Vorsicht, Kamille sollte nicht während einer homöopathischer Behandlung verwendet werden).   
    siehe auch: Dammriss


Behandlung Schulmedizin


  • Tägliche Kontrolle durch die Hebamme oder den Frauenarzt. Dabei werden die Größe der Gebärmutter sowie der Wochenfluss beurteilt.

  • Antibiotika und Methylergometrin für die Kontraktion der Gebärmutter


Behandlung Klassische Homöopathie


Wie die Schwangerschaft, so ist auch das Wochenbett keine Krankheit, sondern eine Zeit, in der sich die Mutter von den Strapazen der Geburt erholt und ihr Kind kennenlernt. Die Mutter sollte sich viel Ruhe gönnen. Aber auch Kreislauf anregende Übungen, eine gute vollwertige Ernährung, Hilfe im Haushalt und eine allfällige Betreuung für ihre Kinder, wieder zu Kräften zu kommen.

Eine homöopathische Therapie richtet sich nach der Ursache und nach den Symptomen. Beschwerden wie Rückenschmerzen, Nachblutungen, Dammriss, schlechte Wundheilung, Stau des Wochenflusses (Lochien), Beckenbodenschwäche lassen sich naturheilkundlich ebenso gut behandeln wie Brustbeschwerden, Harnverhaltung, Schwäche, Verstopfung und  Stimmungslabilität (Baby-Blues).

Wie in der klassischen Homöopathie üblich werden für die Wahl des Arzneimittels sowohl körperliche, allgemeine, seelische Symptome wie auch die Umstände berücksichtigt.



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