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Wundliegen (Dekubitus)

Wundliegen (Dekubitus)


Ein Dekubitus ist ein Wundliegegeschwür. Dekubitusgeschwüre können "Pflegefehler" sein.

Ein Mensch dreht sich in der Nacht mehrmals unbewusst im Schlaf, er schützt sich so vor einer Druckbelastung im Liegen. Bei Bettlägerigkeit kommt es durch Druck zu einer verminderten Durchblutung und somit zu einer Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes. Es entstehen Geschwüre, meist im Kreuzbeinbereich, Schulterblätter, Fersen. Ein Dekubitus ist mit erheblichem Leid verbunden. Bei grossflächigen Geschwüren verliert der Patient Nährstoffe und vor allem Eiweiss. Dekubitus führt häufig zur sozialen Isolation, weil die Wunden übel riechen können. Es besteht auch die Gefahr, dass sich die Wunde infiziert und es zu einer Sepsis kommt.

Eine regelmässige Umlagerung ist deshalb sehr wichtig. Ein Dekubitus kommt übrigens nicht nur bei älteren, geschwächten Menschen auf!

Dekubitusgeschwüre werden in 4 Grade eingeteilt:

  • Grad 1: Umschriebene Hautrötung, sie ist nicht wegdrückbar. Die betroffene Stelle ist warm verhärtet, geschwollen. Die Wunde ist sauber.

  • Grad 2: Der Druckschaden ist oberflächlich, es kann eine Blase, Hautabschürfung oder ein flaches Geschwür vorhanden sein.

  • Grad 3: Tiefes, offenes Geschwür. Die Wunde ist schmierig belegt.

  • Grad 4: Es besteht eine massive Gewebsnekrose oder eine Schädigung von Muskeln, Knochen, Sehnen oder Gelenkkapseln. Allgemeininfektion (Sepsis)

Ursachen

Die Entstehung eines Dekubitus ist ein multifaktorelles Geschehen. Ursachen können sein:

  • reduzierte Mobilität, Bettlägerigkeit, Reibung

  • Feuchtigkeit (die Haut wird aufgeweicht)

  • Fieber und Schwitzen (dadurch kommt es zu einem erhöhten Sauerstoffverbrauch)

  • Alter

  • Ernährung

  • Austrocknung

  • Sensibilitätsstörungen (z.B. durch Polyneuropathie; Diabetes)

  • Inkontinenz

  • Übergewicht (Druck, vermehrtes Schwitzen)

  • Diabetes

  • Herzinsuffizienz

  • Abwehrschwäche

  • Schlechter Allgemeinzustand

Tipps

Bei erhöhtem Risiko sollte alle zwei Stunden umgelagert werden. Lasst sich eine Hautrötung nicht mehr wegdrücken ist dies ein Alarmzeichen.

  • Alle zwei Stunden umlagern

  • Druckstellen vermeiden durch Freilagerung, Abpolsterung

  • Haut trocken und sauber halten

  • Atmungsaktive Kleidung (Baumwolle), keine enge Kleidung

  • Saubere, trockene und weiche Unterlagen; Faltenbildung vermeiden; keine Brotkrumen

  • Bei Hautrötung evtl. Verband, um die Reibung zu verhindern.

  • Massage

  • Bei Inkontinenz Teilwaschungen mit milden pH-neutralen Waschsyndets oder mit Wasser (Austrocknung der Haut vermeiden).

  • Bei Pilzbefall kein Pudern, Puder dient dem Pilz als Nahrung

  • Auf gute Flüssigkeitszufuhr achten.

  • gute Körperpflege mit pH-neutralen Waschzusätzen

  • Eiweisszufuhr, Kalorien- und Vitaminreiche Kost

  • Enzymhaltige Lebensmittel: Ananas, Papaya, Feige, Kiwi

  • Felle, Lagerungskissen, Dekubitusmatratze bei Langzeitpflege

Wundversorgung

  • Der Patient darf nicht mehr auf die Wunde gelagert werden.

  • Es muss steril gearbeitet werden.

  • Das neu granulierte Gewebe darf nicht durch tägliche Verbandswechsel zerstört werden.

  • Nekrotisches Gewebe (abgestorbenes Gewebe) muss entfernt werden.

  • Bienenhonig auftragen

  • Kohlblattwickel

Die meisten Antiseptika wirken toxisch auf das Wundgewebe, und die lokale Anwendung von Antibiotika kann Resistenzen fördern und allergisierend wirken. Wird eine Antibiose erforderlich, sollte sie systemisch erfolgen, nach Wundabstrich (aus der Tiefe der Wunde und von den Wundrändern oder nach Biopsie). Abstriche von der Wundoberfläche eignen sich nicht zur Diagnose einer Infektion, da Dekubitalulzera immer von Bakterien besiedelt sind.


Schulmedizinische Behandlung


Heilen die Geschwüre durch die konservative Behandlung nicht, oder kommt es zu Blutungen, rezidivierenden Infektionen, usw. wird ein operativer Wundverschluss durch Lappenplastik erforderlich.


Tipps aus der Naturheilkunde


  • Bei ersten Anzeichen oder zur Vermeidung: Massage, z.B. mit Johanniskraut-Öl (Hypericum), Leinöl

  • Bei Hautreizung: Einreiben mit Arnika-, Calendula (Ringelblumensalbe) oder Johanniskrautsalbe (Hypericumsalbe). Achtung: Arnikasalbe darf nicht verwendet werden, wenn die Wunde offen ist.

  • Reinigung mit Salzwasserlösung (0.9%) oder Calendula-Lösung

  • Bei Geschwüren: Umschläge mit Bienenhonig

  • Vitamin C, E

  • Zink


Behandlung Klassische Homöopathie


Hier erfolgt eine ausführliche Fallaufnahme, behandelt wird einerseits konstitutionell, und wenn erforderlich lokal. Das heisst, es werden auch Arzneimittel berücksichtigt, die auf die lokalen und aktuellen Symptome passen. Dabei werden aber auch miasmatische Gesichtspunkte, Allgemeinzustand und Arzneimittelfolgen berücksichtigt.

Homöopathische Arzneimittel können, richtig gewählt, bei jeder Art von Wunde eingesetzt werden. Sie wirken wundheilungsfördernd, schmerzlindernd, sie wirken auch bei Infektionen mit Bakterien und Pilzen, verhindern eine Sepsis. Die Sauerstoffzufuhr ins Gewebe wird wieder aktiviert.

Die Behandlung kann je nach Krankheitszustand und Grad der Nekrose langwierig sein. Begleitsymptome wie Kräftezerfall, Appetitmangel, psychische Symptome werden durch Aktivierung der Lebenskraft selbstverständlich mitbehandelt.

Im Praxisalltag erlebe ich leider sehr oft, dass Angehörige relativ hilflos zusehen müssen, wie sich der Zustand eines betagten Elternteils zusehends verschlechtert und eine Heimeinweisung in eine Pflegeabteilung droht. Die Klassische Homöopathie wäre hier eine gute Alternative. Bitte setzen Sie sich mit mir in Verbindung, ich berate Sie gerne.

 

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"Im Praxisalltag erlebe ich leider sehr oft, dass Angehörige relativ hilflos zusehen müssen, wie sich der Zustand eines betagten Elternteils zusehends verschlechtert und eine Heimeinweisung in eine Pflegeabteilung droht. Die Klassische Homöopathie wäre hier eine gute Alternative. Bitte setzen Sie sich mit mir in Verbindung, ich berate Sie gerne."


Beatrice Stutz-Lämmli