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Behandlungsmöglichkeiten

Behandlungsmöglichkeiten
des ADS/ADHS-Syndroms


Behandlung Schulmedizin


Es werden differentialdiagnostisch erst mal andere Erkrankungen ausgeschlossen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Epilepsie, Minderbegabung, Verhaltensstörungen, Entwicklungsstörungen).

Zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms wird in der Regel das Medikament Ritalin verordnet. Ritalin gehört zur Gruppe der Amphetamine. Chemisch ist Ritalin verwandt mit Kokain, allerdings lässt die Wirkung von Kokain im Gehirn schneller nach. Das Medikament Ritalin unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Bezüglich dessen Anwendung gibt es kontroverse Meinungen. Es ist kein Heilmittel, sondern unterdrückt die Symptome. Ratgeber-Bücher für Eltern und Lehrer mit hyperaktiven Kindern weisen darauf hin, dass Medikamente wie Ritalin nur in schweren Fällen, bei aggressivem und gewalttätigem Verhalten und nur in Zusammenhang mit einer Psychotherapie eingesetzt werden dürfen. Leider sieht die Wirklichkeit anders aus.

Siehe: Kritisches zum Ritalin aus Sicht der Homöopathie


Behandlung Klassische Homöopathie


ADS und ADHS werden seit vielen Jahren homöopathisch behandelt, so dass unterdessen viele Erfahrungen mit diesem Krankheitsbild existieren. Dies beweist auch die veröffentlichte Studie zur Homöopathischen Behandlung von hyperaktiven Kindern. Das ganze Projekt wurde an der Universität Bern mit Hilfe eines interdisziplinären Teams durchgeführt. Studienleiter war unter anderen Dr. med. H. Frei, der sich bereits seit vielen Jahren besonders stark mit diesem Thema beschäftigt. Drei Ärzte des 11 Mitglieder umfassenden Teams vertraten die homöopathische Seite. An der Studie, waren die KIKOM (Kollegiale Instanz für Komplementärmedizin), die Abteilung für Neuropädiatrie der Universitätskinderklinik und das Institut für mathematische Statistik der Universität Bern beteiligt. Das Studiendesign wurde so gewählt, dass es soweit wie möglich den Anforderungen der Schulmedizin entspricht (randomisiert, placebo-kontrolliert, doppelblind). Ergebnis: ADHS kann durch die Verabreichung homöopathischer Mittel gebessert werden.

Die NZZ am Sonntag zitierte F. Kaufmann, Leiter der Neuropsychologie der Kinderklinik, Inselspital Bern, eigentlich ein Homöopathie-Skeptiker. "Seit seiner Teilnahme an dieser Studie sei er nicht mehr abgeneigt, auch auf Homöopathie bei ADS zu setzen. So ist nun schriftlich, dass die Homöopathie bei ADS/ADHS bei Kindern eine gewichtige Therapie-Option ist, " Ritalin-frei".

Was stimmt mit vielen Kindern nicht mehr? Hat die Erziehung versagt? Warum kommen wir mit diesen Kindern häufig nicht mehr zurecht? Warum lassen sie sich nicht in Normen pressen? Auch Beethoven, Einstein, Churchill, Edison galten in ihrer Jugend als hoffnungslose Fälle und "schwer von Begriff". Selbst Mozart soll ein hyperaktives Kind mit labilem Gemüt und Neigung zu Wutanfällen gewesen sein. Vielleicht hätte sich ihr Genie nie entfalten können, wenn sie mit Psychopharmaka behandelt worden wären!

Eine Vielzahl von Einflüssen sind in der Lage, schlummernde Krankheits-Neigungen in Kindern zu wecken. Ob es sich dabei um traumatische Erfahrungen vor oder während der Geburt, Isolationsgefühle, angstvolle Erlebnisse, Eifersucht, Missbrauch, Impfungen, Medikamenten-Missbrauch oder andere unterdrückende Ursachen handelt, alles wird sich gemäss Veranlagung in geistigen oder körperlichen Symptomen niederschlagen.

Je früher eine homöopathische Therapie beginnt, umso besser. Die Behandlung beginnt deshalb mit einer sehr ausführlichen Anamnese. Auch nach Krankheiten in der Familie wird gefragt. Die klassische Homöopathie geht davon aus, dass die Grundsteine für chronische Leiden mitunter schon in früheren Generationen liegen(Miasmenlehre). Sowohl die Erscheinung und Ausprägung der Symptome, als auch die Ursachen der Verhaltensstörungen sind individuell. Eine Behandlung muss daher vor allem die Zusatzsymptomewie etwa Angststörungen, Depression, oppositionelles Verhalten, Aggressivität, Entwicklungsstörungen und besonders die begleitenden Körpersymptome in Betracht ziehen. Aber auch die psychosozialen Faktoren, z.B. die Eltern-Kind-Beziehung, Partnerkonflikte in der Familie, Frustrationen in der Schule werden mit einbezogen. Kommt ein Kind in die Homöopathiepraxis, stehen wir als HomöopathIn also vor eine ganzen Fülle von Symptomen. Die Dauer der Erstanamnese beträgt 1 - 2 Stunden, anschliessend ist meist noch eine Nachbearbeitung (Repertorisation) notwendig, wobei allerdings die Eltern und das Kind nicht anwesend sind.

In der klassischen Homöopathie gibt es kein Standartmittel oder bewährte Mittel für hyperaktive Kinder. Deshalb ist auch eine genaue Anamnese und Fallbeobachtung notwendig. Innerhalb der Behandlung reicht ein Mittel meist nicht aus, es kommen auch Zwischenmittel oder Folgemittel in Frage. Um die Heilreaktionen und den Heilungsverlauf beurteilen zu können, sind Folgekonsultationen notwendig. Diese erfolgen zu Beginn in Abständen von 1 bis 2 Monaten, später werden die Abstände um einiges grösser. Der zeitliche Rahmen beträgt im Durchschnitt ca. 30 Min.

Der Leidungsdruck der Eltern ist meist sehr gross, wenn sie sich für die klassische Homöopathie entscheiden. Es ist daher verständlich, wenn sie sich eine schnelle und umfassende Besserung der Beschwerden wünschen. So erlebe ich oft, dass sich unter der Behandlung schon nach kurzer Zeit einiges bessert, aber den Eltern geht es nicht schnell genug (der Übertritt in eine höhere Schule sitzt ihnen z.B. im Nacken). Es ist deshalb besonders wichtig klarzustellen, dass eine homöopathische Therapie das Kind nicht über Nacht heilt, eine Heilung braucht Zeit, und dafür lohnt es sich die nötige Geduld aufzubringen. Das Kind erlebt sonst genau wieder diesen Druck von aussen, mit dem es ja eh schon Mühe hat. Die Therapie sollte mindestens über ein Jahr durchgeführt werden.

Grundsätzlich halte ich es sehr wichtig, dass die Familie, aber auch Schule und Lehrer für eine erfolgreiche Behandlung mit einbezogen werden. Denn häufig kann ein Heilungsverlauf durch ungeklärte Konflikte behindert werden. Solche Konflikte sind z.B. Trennung/ Scheidung der Eltern, Tod eines Angehörigen, Mobbing in der Schule, zu hohe Anforderungen an das Kind, Ungeduld (mit dem Kind), usw.  

Durch die homöopathische Behandlung können Sie folgende Besserungen erwarten (der zeitliche Rahmen von Kind zu Kind sehr verschieden).

  • Die Stimmung ist ausgewogener

  • Das Verhalten zu Hause und in der Schule bessert sich

  • Die Konzentrationsfähigkeit steigt, das Kind entwickelt eine grössere Ausdauer

  • Die Schulnoten werden besser

  • Die Impulsivität nimmt ab

  • Das Kind wird ruhiger

  • Das Kind entwickelt die Fähigkeit Freundschaften zu schliessen

  • Das Selbstbewusstsein wird stärker, dadurch wird es auch selbständiger

  • Die Infektanfälligkeit wird geringer, chronische Krankheiten wie z.B. Ohrentzündungen, Allergien, Bettnässen, usw. heilen aus oder werden von der Intensität weniger.

Homöopathische Behandlung und Ritalin, geht das?  

  • Wenn möglich empfehle ich, vor einem geplanten Ritalin-Versuch eine homöopathische Behandlung in die Wege zu leiten. Der Grund dafür ist, durch das Ritalin verändern sich die Symptome des Kindes, eine Fallaufnahme/ Anamnese erschwert und verlängert sich dadurch.

  • Bei Kindern, die auf Verdacht Ritalin bekommen, dieses sofort absetzen oder ausschleichen, danach Beginn der homöopathischen Behandlung.

  • Das Kind bekommt bereits Ritalin: Ritalin absetzen (z.B. kurz vor den langen Sommerferien), nach 2-3 Wochen erfolgt dann die Fallaufnahme und das homöopathische Konstitutionsmittel wird bestimmt.

  • Das Kind bekommt Ritalin, dessen Absetzung bedeutet aber eine zu grosse Belastung für das Kind (und evtl. sein Umfeld). Hier wird versucht anhand der Symptome und der früheren Symptome ein homöopathisches Arzneimittel zu bestimmen. Bei einem erkennbaren Behandlungserfolg erfolgt die allmähliche Reduktion des Ritalin. Das Problem dabei ist, es kann zu "Entzugserscheinungen" kommen, diese sind schwer von der homöopathischen Mittelreaktion zu trennen. In der Praxis handle ich es so, dass erst nach 4-8 Wochen mit dem Ausschleichen begonnen wird.

Dosierung des homöopathischen Arzneimittels

  • Je nach Mittel und Krankheitszustand gibt es eine Dosis, oder das Mittel wird am Anfang öfters wiederholt, später erfolgen seltenere Gaben.

  • Je nach Ritalindosis kann es länger dauern bis sich etwas verändert, bzw. bis sich die Symptome für mich klären. Dies erfordert meist eine engere Zusammenarbeit zwischen den Eltern und mir, es sind öfters telefonische Rückmeldungen notwenig.

Diätvorschriften während der homöopathischen Behandlung  

Im Prinzip rate ich auf Diätvorschriften zu verzichten. Einzig der Zuckerkonsum und Phosphatkonsum (Cola/Pepsi, Wurstwaren, Käsescheiben, usw.) sollte einmal versuchsweise eingeschränkt werden. Fastfood sollte eingeschränkt werden (Konservierungs- und Farbstoffeproblematik). Gerade Kinder mit ADHS erfahren schon genug Einschränkungen im Alltag, da muss nicht noch das Essen, bzw. Diätvorschriften mit Stress und Verzicht in Verbindung gebracht werden.


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