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Arzneimittel

Wie wird ein Arzneimittel gewählt?

     

Bestimmte Substanzen erzeugen in hoher Dosis typische Beschwerden und Symptome. Hat ein Patient solche Symptome, so hilft ihm die symptombildgleiche Substanz.

Zum Beispiel: Ein homöopathisches Medikament wird aus dem Gift der Buschmeisterschlange (Lachesis muta) gewonnen. Der Biss dieser Schlange kann tödlich sein und verursacht Fieber, Schüttelfrost, Schweissausbrüche, schnellen Puls, Apathie, Kapillarschäden, septische, gangränöse, blau-rote Wunden u. a. Für einen Patienten, der ähnliche Symptome zeigt, kann die homöopathisch stark potenzierte Form von Lachesis eine Heilung bewirken. Dieses Beispiel ist natürlich sehr vereinfacht; in der Tat werden bei einer homöopathischen Behandlung die Einzelsymptome und das Symptomenbild sehr genau studiert, um das ähnlichste Mittel zu finden.

Die Entscheidung für ein Symptombild wird fast nie auf einem einzigen Symptom basieren, sondern auf einer Gesamtheit der Symptome. Dabei werden viele weitere Faktoren in Betracht gezogen, wie die Psyche, der Typ und diverse Modalitäten. Mit Hilfe eines Repertoriums und einer ausführlichen Materia Medica lässt sich das passende Mittel finden.

  • Eine Materia Medica ist ein Buch, das einzelne Arzneimittelbilder beschreibt, welche jeweils aus einer Vielzahl von Symptomen bestehen. Dieses Bild sollte möglichst flächendeckend die Symptomatik des Tieres (z.B. Buschmeisterschlange) beinhalten.  

  • Ein Repertorium ist ein Buch, in dem die Erkrankungssymptome nach (menschlichen) Organen oder Funktionsgruppen geordnet sind. Es gibt verschiedene Repertorien, z.B. nach Kent, nach Bönninghausen usw.

Beispiel: Schlägt man in Kents Repertorium die Rubrik "Hautausschläge" auf, stehen unter "Empfindungen" verschiedene, alphabetisch angeordnete Symptombeschreibungen wie beissend, brennend, juckend usw. Diese werden weiter unterteilt nach Modalitäten, z. B. abends, kalte Luft, Wärme verschlechtert, usw. Darunter findet man die Mittel, die dieses Symptom beinhalten, alphabetisch geordnet. Die Mittel werden ausserdem nach ihrer Wertigkeit gekennzeichnet, d. h. Mittel mit einer hohen Wertigkeit sind fett gedruckt, Mittel mit einer mittleren Wertigkeit sind kursiv gedruckt, und Mittel mit einer geringeren Wertigkeit sind normal gedruckt.

Das sieht dann so aus:
Wärme - verschlechtert: Alum., Bov., Caust., Clem., Led., Lyc., Merc., Mez., Nat-a., Psor., Puls., Sulf.

Der Homöopath schlägt in seinem Repertorium jedes Symptom nach und sucht die am häufigsten vorkommenden Mittel heraus. Oft ergibt sich hierdurch schon ein klares Bild, aber manchmal stehen mehrere Mittel zur Auswahl. In jedem Fall ist es wichtig, die Arzneimittelbilder in einer Materia Medica nachzuschlagen, um sicherzustellen, dass das Arzneimittelbild die gesamte Symptomatik umfasst.   

     
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