Sie befinden sich hier: Startseite > Homöopathie > 36 Fragen und Antworten > Herstellung

Herstellung

Wie werden homöopathische Arzneimittel hergestellt?

     

Die verschiedenen Darreichungsformen einzelner homöopathischer Mittel werden, wie die Arzneien selbst nach den Vorschriften des HAB (Homöopathisches Arzneimittelbuch) hergestellt. Rohstoffe werden folgendermassen aufgearbeitet:

Um zum homöopathischen Mittel Belladonna (Tollkirsche) D12 zu gelangen, werden folgende Zubereitungsschritte unternommen: 1 Tropfen der Urtinktur Belladonna wird mit 9 Tropfen Alkohol gemischt. Die Mischung erhält 10 Schüttelschläge, wir haben Belladonna D1. Dieser Mischung wird 1 Tropfen entnommen, der wieder mit 9 Tropfen Alkohol gemischt und mit 10 Schüttelschlägen versehen wird. Dadurch haben wir Belladonna D2 erhalten. Sie können sich vorstellen, wie es weiterläuft, bis man Belladonna D12 erhält. Nach dem gleichen Prinzip werden auch Tabletten, Pulver und Kügelchen, die Globuli, hergestellt. Hier mischt man 1 Teil der Ursubstanz mit 9 Teilen Milchzucker. Diese Mischung wird eine bestimmte Zeit in einem Mörser verrieben. Zur weiteren Potenzierung wird wie bei den Tropfen verfahren.

Zur Herstellung homöopathischer Mittel werden u.a. mineralische, pflanzliche und tierische Produkte verarbeitet. Als Verdünnungsmedium dienen bei flüssigen Arzneimitteln Äthanol und Wasser, bei Globuli und Tabletten wird Milchzucker verwendet.

Die flüssigen Verdünnungen werden zehnmal, bzw. 100-mal kräftig geschüttelt, die festen Darreichungsformen werden eine Zeit lang verrieben.

Hahnemann konnte beobachten, dass die Ausgangsstoffe, auf solche Weise zubereitet, eine ungleich höhere Wirksamkeit entfalten als in purer Form.

Essenzen (frische Pflanzen & Pflanzenteile)
Tinkturen (getrocknete Pflanzenteile)
Lösungen (lösliche Salze & Säuren)
Verreibungen (Pflanzen, unlösliche Mineralien)
Tabletten (Pressen oder Verreibung)
Streukügelchen (Zucker / Wirkstoff 1:100)

Flüssige Ausgangsstoffe bezeichnet man als Urtinkturen, feste Ausgangsstoffe als Ursubstanzen.

Im Ganzen sind es 46 Herstellungsvorschriften, die der Apotheker beachten muss, wenn er diverse homöopathische Arzneimittel aus pflanzlichen, chemischen oder tierischen Materialien herstellt. Flüssige wie feste Ausgangsstoffe durchlaufen eine Reihe von Extraktionsprozessen bis schliesslich die sog. Urtinktur erreicht ist.

Durch Verdünnen oder auch Potenzieren genannt, entstehen aus diesen Urtinkturen die eigentlichen, uns bekannten und geprüften homöopathischen Mittel in den verschiedenen Formen wie: Tropfen, Globuli oder Tabletten. Nicht zu vergessen: Ampullen zur Injektion.

     
Zurück   Vorwärts